Bonuspunkt – Kopf – Leidenschaft

(27.06.2017) — Holger Holtz

Gedanken von Pfarrer Johannes Heinrich, Oschersleben. In 6 Monaten ist Weihnachten. Schon alle Geschenke zusammen? Themenwechsel. Heute, der 24. Juni, ist Johannistag. Für viele ein wichtiges Datum, denn die Spargelsaison endet. Eigentlich geht es um Johannes den Täufer der vor 2000 Jahren lebte, sich nicht von Spargel, sondern von Heuschrecken und wildem Honig ernährte. Außerdem war das ein unbequemer Typ mit deutlichen Worten.

Ich weiß nicht, ob ich mit diesem Johannes gut klar gekommen wäre. Er hat einen Bonuspunkt, weil er Johannes heißt. Auch ich als Pfarrer muss manchmal unbequem sein. Soweit so gut. Aber Johannes der Täufer hielt sich nicht an moderne Streitregeln wie "sachlich bleiben". Er wurde sehr, sehr persönlich. Er predigte den Leuten, dass sie grundsätzlich falsch sind. Absolut auf dem Holzweg. Das ist natürlich ein starkes Stück. Das kann man doch so nicht sagen! Rede doch nicht alles schlecht! Johannes der Täufer würde sagen: Ich rede nichts schlecht, du bist schlecht. Du bist wie ein schiefes Regal und musst dich neu ausrichten.

Wäre mir viel zu unbequem. Mit mir ist alles richtig. Ich muss mich nicht verändern. Alles schön! Ohren zu halten oder auf Durchzug. Klappt ja sonst auch.
Johannes‘ Botschaft hat ihm den Kopf gekostet. Zu persönlich, zu wahr, zu unbequem. Wobei seine Botschaft eine 2. Seite hatte. Eine sehr fröhliche Seite. In etwa wie die Bekanntgabe einer Schwangerschaft. Er kündigte an: Da passiert bald was. Nicht mehr lange, dann kommt da wer. Dann wird alles anders. Gebt eurem Leben eine neue Richtung und erwartet, dass Gott was tut! Erwartet, dass Gott handelt!

Und dann kam Jesus. Asphalt statt Holzweg. Jesus richtet die Menschen neu aus wie eine Wasserwage. Laut Bibel 6 Monate älter als Johannes aber auch unbequem. Allerdings…anders unbequem. Seine Botschaft ist Gottes radikale Leidenschaft und Liebe. Und diese Liebe ist so radikal, dass sie jeden Menschen ganz nah, ganz direkt reinspricht in den Alltag. Klar, das ist unbequem. Wer will sich schon reinreden lassen? Diese Botschaft von Gottes radikaler Liebe treibt zur Veränderung, zum Handeln, zum Weiterlieben. Keine plüschige Kuschelbotschaft. Denn der lebendige Gott der Bibel selbst ist kein Typ der Bequemlichkeit. Als er dieser Liebe Taten folgen ließ, hat er was für ihn sehr unbequemes getan: in Jesus selbst in unsere schiefe Welt kommen.

"Denn so sehr hat Gott diese Welt geliebt: Er hat seinen einzigen Sohn hergegeben, damit keiner verloren geht, der an ihn glaubt. Sondern damit er das ewige Leben erhält." (Joh 3,16)

Pfarrer Johannes Heinrich

 


 

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26.07.2017
Lobet Gott in den Versammlungen. Der Gott der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, wie es Christus Jesus entspricht, damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus.
Psalm 68,27 Römer 15,5-6

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