Ein guter Freund

(19.07.2017) — Holger Holtz

Gedanken von Ekkehard Weber, Referent für Gemeindepädagogik im Kirchenkreis Egeln. Thomas und Sebastian waren schon oft gemeinsam unterwegs und haben dabei jede Menge erlebt. In den Bergen waren sie allerdings noch nie. "Mir wird schon schlecht, wenn ich aus dem Fenster im ersten Stock schaue" sagte Thomas immer. Doch nun hatte es Sebastian geschafft seinen besten Freund zu überzeugen und mit ihm Urlaub in den Bergen zu machen. Thomas war schon gespannt auf die Aussicht aber irgendwie war da immer dieses mulmige Gefühl.

"Ich will meine Angst überwinden, ich bin doch ein Mann und keine Memme" dachte er sich und schneller als er dachte war es Sommer und er war mit Sebastian unterwegs zum Gipfel eines Zweieinhalbtausenders in den Alpen. Sebastian kannte die Berge gut und so vertraute Thomas darauf, dass er auch wieder runterkommen würde.

Nachdem sie etwa zwei Stunden unterwegs waren ergriffen Thomas doch einige Zweifel. Der Gipfel des Berges war nicht zu sehen. Nur steile Felsen, die zum Teil mit Gras und wunderschönen Bergblumen bewachsen waren. Der Weg schlängelte sich in steilen Serpentinen den Berg hinauf. Zur einen Seite fiel der Weg stark ab, zur anderen Seite stieg er stark an. "Setz immer nur einen Fuß vor den anderen" sagte Sebastian: "und pass auf, wo du hintrittst". Ein zögerliches "Ja" kam Thomas gerade noch so über die Lippen. Er hatte Angst, einfach nur Angst. In seinem Kopf sah er schon die Schlagzeilen in der Bildzeitung: "Deutscher Bergsteiger in Österreich verunglückt." "Ich werde wohl nie wieder nach Hause kommen" dachte Thomas, dennoch traute er sich nicht seinem Freund von seiner Angst zu erzählen.

Plötzlich blieb Sebastian erschrocken stehen: "Mist, der Pfad ist weg!" Thomas schaute sich das Inferno an. Vor ihnen war ein etwa zwei Meter langes Stück des Weges vom Hang abgerutscht. In der Mitte ragte ein kleines Stück Felsen aus der steilen Felswand heraus. Sebastian inspizierte die Lage. "Hier müssen wir mit zwei großen Schritten rüber: "Los, mit dem ersten Schritt auf den Felsvorsprung und mit dem zweiten auf die andere Seite". Das Gesicht von Thomas wurde immer bleicher. "Das schaffe ich nie" sagte er. Sebastian entgegnete: "Ich werde Dir helfen und dann wird das schon klappen!" Thomas bewunderte den Mut seines Freundes aber irgendwie wollte er trotzdem nicht da rüber.

Sebastian kletterte vorneweg und mit zwei sicheren Schritten hatte er die schwierige Stelle gemeistert. Er drehte sich um und sah in das entsetze, von Angst verzerrte Gesicht seines Freundes. Nun merkte auch Sebastian wie brenzlich die Lage ist. Er klettert auf den Vorsprung zurück. Stütze sich mit einer Hand an der Felswand ab und reichte seinem Freund die rechte Hand. "Hab keine Angst! Komm, du schaffst das!" rief er ihm zu. Thomas schaute seinem Freund in die Augen und zögerlich reichte er Sebastian seine Hand. Mit zwei zittrigen Schritten von Thomas schafften sie es gemeinsam auf die andere Seite.

"Denn ich bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir!" (Die Bibel Jesaja 41,13)

Als Christ glaube ich daran, dass Gott für mich so ein guter Freund ist, der mir die Hand reicht und mich durch die schönen und schwierigen Tage des Lebens begleitet.

Ekkehard Weber, Referent für Gemeindepädagogik im Ev. Kirchenkreis Egeln

 


 

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Losung & Lehrtext

19.11.2017
Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände. So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.
5.Mose 2,7 1.Korinther 3,7

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