Haben Sie schon gehört...?

(23.07.2017) — Holger Holtz

Gedanken von Horst Koth, Geschäftsführer der Klusstiftung in Schneidlingen. "Kennen Sie Frau Y, die schöne schlanke Blonde, wissen Sie was man da sagt…? So heißt es in einem uralten Lied von Oscar Straus aus den 1920iger Jahren, in dem geschildert wird, wie und mit wem eine anscheinend junge Dame ihr Leben so gestaltet. In diesem Lied ergießen sich dann alle möglichen und unmöglichen Behauptungen über sie und andere.

Der geneigte Zuhörer kann die Informationen aber in keiner Weise nachprüfen, er nimmt sie jedoch begierig auf und zieht seine oftmals falschen Schlüsse daraus. Und: Natürlich werden diese Neuigkeiten gerne weitergetragen. Endlich hat man etwas, worüber es sich süffisant zu reden lohnt. Und die oder der von Verunglimpfungen Betroffene hat keine Chance sich dagegen zu wehren. Dramatisch wird es, wenn Persönlichkeiten in Machtpositionen ihre Unwahrheiten selbst erfinden und verbreiten. Diese lassen sich hervorragend für die Sicherung ihrer gewünschten Ziele nutzen. Häufen sich solche üblen Nachreden, kann es passieren, dass die davon betroffenen Personen gesellschaftlich geächtet und zum Außenseiter abgestempelt werden.

Untersucht man die Struktur von Gerüchten wird schnell deutlich, dass diesen oftmals jegliche Grundlagen für eine objektive Tatsachenbeurteilung fehlen. Es gibt zwar jemanden, der etwas egal aus welchen Gründen Gehörtes berichtet und jemanden, der sich sein Urteil darüber bildet. Es fehlen aber ein Verteidiger und auch die/der ohne jegliche Möglichkeit auf eine Gegenrede Betroffene. Letzteres ist aber für eine objektive Urteilsfindung oder Meinungsbildung unerlässlich.

So kommen Gerüchte auf, die trotz fehlender tatsächlicher, rechtlicher oder ethischer Grundlagen doch als Wahrheit dargestellt werden. Heute werden sie auch als "Fake" (Fälschung/Täuschung) bezeichnet. Bei Nachfragen wird schnell deutlich, dass die Quelle für ein Gerücht nicht benannt werden kann. Die Geschichte und unsere Gegenwart kennen viele solcher persönlichen, gesellschaftlichen und politischen Gerüchteküchen - mit oft schwerwiegenden Folgen. Auf verschiedenen Internetseiten können solche unwahren Behauptungen und Gerüchte aktuell nachgelesen werden.

In den Sprüche 10, 18 finden wir deshalb eine knallharte Analyse zu diesen in allen Zeitepochen alltäglichen Tatsachen: "Wer Hass verdeckt, hat Lügen auf den Lippen, und wer Verleumdung ausstreut, der ist ein Narr" (Luther-Bibel 2017). Nach den Worten der Bibel zu urteilen, bedeutet also die Verbreitung von Lügen, dass so handelnde Menschen selbst an ihren eigenen Situationen leiden oder aus anderen Gründen damit bestimmte Ziele verfolgen. Auch wollen sie sich - oft unbewusst - eine gewisse Entlastung von Problemen und seelischen Belastungen verschaffen. Sie lasten also ihre eigenen Intensionen und ungelösten Lebenssituationen einem "Sündenbock" an, der dafür ohne die Möglichkeit der Gegenwehr herhalten muss. Auch wird die Person, die Verleumdungen verbreitet, als Narr bezeichnet. Die Lüge entlastet ihn nicht, sondern bringt neue Lügen hervor, um die ursprüngliche zu begründen und zu decken. Dadurch ziehen solche Menschen oft auch noch andere in den Sumpf ihrer Vorstellungen mit hinein.

Im Umkehrschluss des obigen Bibelwortes wird aber deutlich, dass Menschen, die darangehen, ihre eigene Lebenssituation zu analysieren und nach Möglichkeit die nötigen Änderungen einzuleiten, weniger dazu neigen, Gerüchte zu verbreiten. So ist es wichtig, um aus dem Labyrinth der eigenen Verstrickungen heraus zu kommen, dass jede und jeder zuerst sich selbst hinterfragen sollte. Dabei bestehen die Möglichkeiten z.B. durch Pfarrer, Seelsorger, Therapeuten oder gute Freunde begleitet zu werden. Es ist sehr wichtig, den Menschen in der Familie, am Arbeitsplatz, im Verein, im täglichen Leben wertschätzend zu begegnen - egal woher sie kommen. Dies kann durch eine geänderte positive Wortwahl, erste positive Handreichungen, ein freundliches Lächeln oder durch tätige Hilfe geschehen. Probieren Sie es aus. Sie werden erleben, wie sich Ihr Umfeld auf einmal Schritt für Schritt verändert und auch Sie es anders wahrnehmen. Es lohnt sich! Der erste Schritt wird Sie dabei diesem Ziel bereits näherbringen.

Herzlich grüßt Sie
Ihr Horst Koth
Geschäftsführer
der Klusstiftung zu Schneidlingen und Groß Börnecke

 


 

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Losung & Lehrtext

18.08.2017
Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Brunnen des Heils. Jesus spricht: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.
Jesaja 12,3 Johannes 7,37-38

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