Ich glaube

(26.09.2017) — Holger Holtz

Gedanken von Dorothea Kauf, Aschersleben. Wann haben Sie das letzte Mal ein Geschenk bekommen? Zum Geburtstag? Zu Ostern? Zu einem Abschluss? Weil Sie etwas gekauft haben, als Bonus?

Oder hat man Ihnen nur Geschenke über die Werbung versprochen, die dann mickrig oder leere Versprechen waren? Schenken ist auch nicht so leicht. Sie haben vielleicht schon alles, was Ihre Lieben Ihnen schenken könnten. Und so wichtig sind Geschenke ja auch nicht. Das größte Geschenk ist doch die Liebe, die man Ihnen zeigt, mit einem Anruf, einem Gespräch, indem jemand für Sie Zeit hat. Solche Geschenke sind wichtig.

Wenn ich auf mein Leben sehe, so sind meine Kinder das wunderbarste Geschenk. Außerdem die Fähigkeit, zu lieben. Ohne diese beiden Geschenke wäre mein Leben sehr viel leerer. Ich wäre nicht so glücklich.

Aber das größte Geschenk ist für mich trotzdem das Geschenk des Glaubens.
Dass es Menschen gibt, die an Gott glauben, weiß ich von klein auf, ich bin da hineingeboren. Eine Garantie, dass ICH glaube, war das nicht. Dass ich glaube, ist Gottes Geschenk an mich.
Mich interessieren die Naturwissenschaften. Sie haben ein Kredo, sozusagen einen Glaubenssatz: Man kann nichts absolut sicher beweisen - höchstens, dass es nicht stimmt. Alles, was die Wissenschaft definiert, hinterfragt sie gleichzeitig immer wieder. Und doch arbeitet sie mit solchen Definitionen, um weiterzukommen. Wissenschaft nimmt eine Erkenntnis als richtig an und rechnet davon ausgehend weiter. Wissenschaft "glaubt" (zurecht), dass sie mit ihren Erkenntnissen weiter kommt. Insofern findet man auch hier Glauben. Das ist ein anderer Glaube als der, den ich als Gottes Geschenk empfinde. Der Glaube an Gott entzieht sich dieser Art der Erkennbarkeit, er entzieht sich der Berechenbarkeit. Man kann nicht ausrechnen, dass es Gott gibt - allerdings auch nicht, dass es IHN nicht gibt.

Ich kann es nur wiederholen: Der Glaube ist ein Geschenk Gottes; nicht einforderbar, es kommt unverhofft und unverdient. Das Einzige, was ich tun kann, ist, das Geschenk anzunehmen oder abzulehnen. Gott schenkt sich mir persönlich als Grundlage meines Lebens. Wenn ich es annehme, dann prägt es mein Leben. Denn ich weiß mich zu jeder Sekunde meines Lebens geliebt. Ich kann den Schritt wagen und Gottes Liebe als Definition annehmen. Meinen Glauben hinterfrage ich immer wieder, wie es gute Wissenschaftler mit ihren Definitionen tun. Aber diese Liebe nehme ich als Grundlage, von der aus ich weitergehe. Ich glaube, dass Gott seine Schöpfung liebt. Ich glaube, dass Gott mich in eine Gemeinschaft von anderen geliebten Menschen gestellt hat. Ich glaube, dass Gott jeden einzelnen Menschen liebt. Ich glaube, dass Gott jederzeit an meiner Seite ist. Sie merken schon: sich so von Liebe umgeben zu wissen, das prägt das Leben. Man versucht, sich ihrer würdig zu erweisen, man möchte seine eigene Liebe beweisen. Ja, ich versuche, nach Gottes Willen zu leben. Ich versuche, die Welt mit den Augen der Liebe zu sehen. Aber wenn ich Fehler mache, kann ich wieder neu anfangen. Und das ist das größte Geschenk Gottes: Vor ihm zählt nicht meine eigene Leistung. Meinen Wert habe ich von Beginn an einfach, weil ich Gottes geliebtes Kind bin. Wie Sie auch. Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit mit all Ihren Lieben.

Dorothea Kauf, Gemeindepädagogin

 


 

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Losung & Lehrtext

17.12.2017
Als die Zeit herbeikam, dass David sterben sollte, gebot er seinem Sohn Salomo und sprach: Ich gehe hin den Weg aller Welt. So sei getrost und diene dem HERRN, deinem Gott. Paulus schreibt: Wir lassen nicht ab, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht, dass ihr, des Herrn würdig, ihm ganz zu Gefallen lebt und Frucht bringt in jedem guten Werk.
1.Könige 2,1-2.3 Kolosser 1,9-10

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