Umsonst

(31.12.2017) — Holger Holtz

Gedanken von Pfarrer Raimund Müller-Busse, Langenweddingen, zur Jahreslosung: "Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst." (Offenbarung 21,6) Ich grüße Sie am vorletzten Tag des Jahres 2017 mit der Jahreslosung für das Jahr 2018. Das mag erstmal befremdlich erscheinen, ist doch der Altjahrsabend oder Silvester eher ein Tag des Rückblicks als ein Tag des Ausblicks.

So wichtig und heilsam ein Blick zurück sein kann, so ernüchternd ist dieser aber auch. Was gewesen ist, ist gewesen und so gern wir es auch verändern möchten, wir können es nicht mehr tun, auch wenn die Vergangenheit in unsere Gegenwart hineinwirkt.

Ein gesagtes Wort ist gesagt, selbst wenn wir es bedauern, das Kreuz auf dem Wahlschein ist gemacht, obwohl dieses zur Folge hatte, dass wir bis heute nur eine geschäftsführende Regierung haben. Also schauen wir doch lieber nach vorne. Und hier der nächste Schreck, die Zukunft liegt im Verborgenen. Natürlich wird sich der Terminkalender schon wieder gefüllt haben und seit die "save the date" Unsitte, die uns per mail oder Brief im Rechner oder im Briefkasten erreicht hat, allemal. Auch mancher Arbeitgeber wird, aus seiner Sicht zurecht, erwartet haben, dass man den Urlaub plant, obwohl man selbst noch gar nicht weiß, ob man den Urlaub zu dieser Zeit braucht oder nicht. Ob es hilft, den letzten Tag des Jahres, gelassener zu begehen, wenn man weiß, es gibt Pläne, die über den Jahreswechsel hinaus weisen? Ein seltsames, fast mulmiges Gefühl bleibt.

Vielleicht ist das ja auch der Grund, warum der Silvesterabend mit viel Getöse und großen Mengen Alkohol begangen wird. Auch die Altvorderen kannten das unbestimmte Gefühl, wenn etwas langfristig geplant werden musste. Deswegen beendeten Sie Ihre Briefe mit dem Kürzel s.c.j., was bedeutet sub conditione jacobae. Sie nahmen damit Bezug auf einen Vers im Jakobusbrief (Jak. 4,15) "Wenn Gott will und wir leben." Denn mehr als wir wussten sie von dem, was alles menschliche Planen und Wollen in Frage stellen kann. Um uns nicht in den Befürchtungen vor dem neuen Jahr zu verlieren ist uns die Jahreslosung mit auf den Weg gegeben. Auch wenn uns vieles an Ungewissem erwartet, gibt es Grund zur Zuversicht.

Eine Quelle des lebendigen Wassers ist uns verheißen, umsonst. Und das, obwohl doch so wenig umsonst ist in unserem Leben. Selbst dort, wo uns "Gratisgaben" angekündigt sind, muss erst einmal investiert werden. Gutscheine werden erst dann gültig, wenn man neues bestellt, erst dann können sie in Abzug gebracht werden. Dem gegenüber die Verheißung: Ich bin da, wenn Ihr mich braucht - ich gebe Euch das, was Ihr zum Leben nötig habt. Gott stellt sich als Begleiter zur Verfügung - umsonst. Ganz umsonst?

Für die Leser der Offenbarung war es keine Frage, dass Gott ist, wie sonst hätten wir Weihnachten feiern können? Doch diese Kleinigkeit braucht es, das Vertrauen darauf, dass Gott ist, dass Gott für mich da ist. Wer diesen Schritt des Glaubens gewagt hat, der kann nun voller Zuversicht gehen in das neue Jahr 2018. Diese Zuversicht wünsche ich Ihnen, Bewahrung in schweren Tagen und die Fröhlichkeit schöne Tage als Geschenk anzunehmen. Denn ER, Gott, ist mit uns. Kommen Sie gut rüber ins Jahr 2018.

Herzliche Grüße Ihr Pfarrer Raimund Müller-Busse

 


 

Gemeindesuche

 

Aktuelles

weitere Nachrichten

 

Losung & Lehrtext

21.01.2018
Ich will deinen Namen preisen für deine Güte und Treue; denn du hast dein Wort herrlich gemacht um deines Namens willen. Jesus betet: Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.
Psalm 138,2 Johannes 17,26

© Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine www.ebu.de. Weitere Informationen finden sie hier. Herrnhuter Losungen