Aufbruch und Auftrag

(10.01.2018) — Holger Holtz

Gedanken von Dorothee Mücksch, Pröpstin i. R., Aschersleben. Ich habe zurzeit das Gefühl, dass alle Menschen unterwegs sind. Wenn man so ganz harmlos nachfragt, na wie war das Weihnachtsfest oder wie werden Sie das Neue Jahr begrüßen, dann hört man oft: Ich fahre zu den Kindern.

Die meisten wollen nach Hause - zu den Eltern, zu Freunden oder Verwandten. Manch einer will in die warme Sonne. Kaum einer wird es sich eingestehen, aber wir möchten es gerne heimelich haben. So, wie wir es gewohnt sind. Vertraut und lieb geworden. Wehe, Großmutter kocht nicht dasselbe wie immer. Hoffentlich hat sie nicht vergessen eine schöne Geschichte zum Vorlesen zu finden. Dann macht man sich gerne auf den Weg. Weihnachten ist eben voll von Bewegung.

Die biblischen Weihnachtsgeschichten sind es auch. "Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa in das jüdische Land". Sie werden die Worte auswendig können. Genauso auch den Satz: "Lasset uns nun gehen nach Bethlehem". Und aus dem fernen Morgenlande machen sich weise Männer auf den beschwerlichen Weg dem Stern folgend bis zum Stall. Allerdings ist hier etwas Entscheidendes anders als bei unseren Reisezielen. Maria und Josef, die Hirten und die Weisen machen sich auf ins Ungewisse. Sie wissen nicht, was sie erwartet. Auch ihre Gründe sind andere. Josef und Maria befolgen einen Befehl der Obrigkeit. Schlimm hochschwanger aufbrechen zu müssen. Schlimmer dann aber noch die Flucht vor dem Menschen mordenden Herodes. Ich sehe dabei immer die Menschen in ihren überquellenden Flüchtlingsboten. Ins Ungewisse zogen auch die Männer aus dem Orient. Dieser Stern - was bedeutet er? Diese Frage hat sie nicht los gelassen. Ich sehe die Wissensdurstigen an ihre Computern und Teleskopen, die den Geheimnissen des Kosmos auf die Spur kommen wollen. Auch die Hirten sind aufgebrochen aus ihrer harten Berufswelt. Eine aufwühlende Botschaft haben sie gehört. Da muss man doch mal nachsehen. Ich sehe die Menschen vor mir, die die Hoffnung der Hirten teilen: Es muss doch eine freundlichere Erde geben. So waren die Menschen unterwegs. Sie sind es auch heute. Vom Vertrauten zum Ungewissen.

Wer die Weihnachtsgeschichte gut kennt, der weiß aber auch, dem Aufbruch folgt die Rückreise. "Die Hirten kehrten wieder um". "Die Weisen zogen auf einem anderen Weg wieder in ihr Land". Zuletzt zieht auch Josef wieder nach Nazareth. Sie gehen alle wieder in ihren gewohnten Alltag. Auch wir werden schnell nach Weihnachten und Neujahr im alten Trott leben. Dazu sage ich: Ach bitte "Nein"! Die "Engel fuhren wieder gen Himmel". Aber Ihre Botschaft bleibt. Wir haben ein Ziel. Ein Ziel für unsere Welt: "Friede auf Erden". Und wenn jetzt die Festtage zu Ende sind, dann bleibt diese Hoffnung, die zugleich Auftrag ist: "Nun soll es werden Friede auf Erden, den Menschen allen ein Wohlgefallen".

 


 

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21.01.2018
Ich will deinen Namen preisen für deine Güte und Treue; denn du hast dein Wort herrlich gemacht um deines Namens willen. Jesus betet: Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.
Psalm 138,2 Johannes 17,26

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