„Bebauen und Bewahren“

(25.01.2018) — Holger Holtz

Gedanken von Pfarrer Theo Spielmann, Hadmersleben. zum dritten Mal in kurzem Abstand muss ich mich um Sturmschäden kümmern. Am 4. Oktober zerrte ein ungewöhnlich früher Herbststurm an den noch belaubten Bäumen. Da traf es unseren Friedhof. Am Morgen des 29. Oktober traf es die Stadtkirche von Hadmersleben: Zwei starke Äste durchschlugen das Dach.

Wie gut, dass wir versichert sind. Ich muss an die Menschen in der Karibik denken. Ihre zerstörten Hütten und Boote waren nicht versichert. Ihnen bleibt nur die tiefe Zuversicht im Glauben, mit der sie ihr Leid tragen. Ihre Not erscheint nicht in den Statistiken der Versicherungsgesellschaften, die Aktienkurse bleiben davon unberührt.

Am 18. Januar war unser Pfarrhaus an der Reihe: Mit zwei Löchern im Dach sind wir noch gut bedient, andere Häuser und Kirchen sind schwerer getroffen. Und ich erschrecke darüber, wie viele Menschen ihr Leben im Sturm verloren.

1984 veröffentlichte der Biologe Konrad Lorenz ein Buch über das Artensterben unter dem Titel: "Noah würde Segel setzen". Er verstand schon damals die Veränderungen in unserer Umwelt als einen Aufruf, das Rettungsboot, die Arche Noah, klarzumachen und den Kurs zu ändern. Damit es uns und den Menschen, die viel ungeschützter den Naturgewalten ausgeliefert sind, nicht ans Leben geht, müssen wir unsere Lebensgewohnheiten ändern: Wir haben es uns angewöhnt, jederzeit von A nach B zu fahren. Unser Wunsch, alle Waren über Nacht geliefert zu bekommen, hat zu mehr LKW-Verkehr geführt. Der Wunsch unserer Industrie, die Lagerhaltung möglichst zu vermeiden und alle Vorprodukte genau zeitgerecht in die Produktion einzuspeisen, hat unsere Autobahnen zu beweglichen Lagern, zu gigantischen Förderbändern verwandelt. Kein Wunder, dass schreckliche Unfälle sich ereignen. Es ist auch kein Wunder, dass Deutschland, das Öko-Musterland, das gerne anderen Ländern zeigt, wie man es richtig macht, die Umweltziele beim CO2-Aussstoß verfehlt. Kein Problem, wir kaufen uns einfach frei mit CO2- Lizenzen aus dem Ausland.

Der Ablasshandel von einst lässt grüßen. Entweder verzichten wir auf Mobilität, oder wir gestalten sie anders: Der Evangelische Kirchenkreis Egeln experimentiert ab jetzt mit Elektroautos, wir werden sehen, ob das funktioniert. Im Frühjahr werden in Niedersachsen Triebzüge aus Salzgitter mit Wasserstoffantrieb getestet. Sie werden nur noch Wasserdampfwolken aus den Brennstoffzellen in den Himmel steigen lassen.

Da wegen vieler Bedenkenträger die Stromleitungen für den nördlichen Windstrom zu den südlichen Verbrauchern nicht zustande kommen, könnte mit ungenutztem Windstrom auch Wasser zerlegt werden. Die Standorte der auslaufenden Braunkohlenkraftwerke wären dafür geeignet, und die Beschäftigten hätten eine sichere Perspektive für die Zeit nach der Kohle. Im ökologischen Wandel stecken große Chancen und sichere Jobs.

Gott hat uns eine wunderbare Welt voller Möglichkeiten gegeben. "Bebauen und Bewahren" ist sein Auftrag an uns. Das sind gute Aussichten.

Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen Ihr Theo Spielmann.

 


 

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Losung & Lehrtext

23.02.2018
Als einer im Elend rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Psalm 34,7 Matthäus 5,4

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