Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine für den 19.05.2012
So sollst du nun wissen, dass der HERR, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten.
5.Mose 7,9
Dass einige nicht treu waren, was liegt daran? Sollte ihre Untreue Gottes Treue aufheben? Das sei ferne!
Römer 3,3-4
© Evangelische Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine
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Landes-Akkordeon-Ensemble Sachsen-Anhalt Benefizkonzert
Geschrieben am 21.02.2011 von Denise Nestler
Benefizkonzert
Landes-Akkordeon-Ensemble Sachsen-Anhalt
Am Sonntag den 20. Februar fand im Gemeindesaal Oschersleben ein Benefizkonzert zu Gunsten der Opfer des Zugunglücks in Hordorf statt.
Dr. Christian Reineke, der Geschäftsführer des Landesverbands der Musikschulen Sachsen-Anhalts, begrüßte die Gäste. Er kündigte den Leiter des Ensembles, Lutz Stark an.
Das Orchester begann ihre vorbereiteten Stücke zu spielen. „Antike ungarische Tänze“ und „Lambada concertante“ luden zum Tanzen ein. „Ave Maria“ wurde von der Solistin Franziska Löber dargeboten. Die Interpretationen von Hans Bolls „Reisebilder vom Balkan“ brachten noch einmal Stimmung und zeigten dem Publikum, dass das Ensemble zurecht Preisträger diverser Wettbewerbe ist.
Es wurden über 620 € für die Opfer und deren Hinterbliebene vom 29. Januar eingenommen.

Fahrt zur Landesgartenschau 2010
Geschrieben am 09.09.2010 von Denise Nestler
Mit Regen, 4 Autos und 180 Besuchern aus der Matthias-Claudius-Haus Stiftung reisten die Gäste aus Oschersleben bei der „LaGa“ am 27.08 in Aschersleben an. Das Ziel war der Kirchgarten. Denn dort ist ein ökumenischer, fröhlicher, offener und durch seine vielfältige Ausgestaltung lebendiger Ort christlichen Glaubens zu finden.
Im Zelt des Stadtparks hörten die Gäste als erstes die Andacht des Pfarrers von Biela und konnten sich vom Chor und dem Improvisationstalent des MCH überzeugen.
Schnell bildeten sich Grüppchen und man zog drauf los, die Blumen, die Naturklänge, den matschigen Boden, Ausstellungen und den Souvenirshop zu erkunden.
Zur Mittagsandacht trafen sich einige wieder am Kirchgarten, sangen und gingen in sich. Danach wurde den leckeren Speisen der ansässigen Cateringfirma Beachtung geschenkt.
Um 14 Uhr folgte das Highlight des Tages. Die Theatergruppe des MCH, Comedia G(Cl)audius präsentierte ein Stück von Leo Tolstoi. Nichts Geringeres als „Die 3 Fragen“ wurde dargeboten. Die Menge nahm die Inszenierung applaudierend auf. Auffallend war, dass Erich Honecker mehr bejubelt wurde als zu seiner Regierungszeit. Das 45-minütige Stück blieb nahezu vom Regen verschont.
„Das Stück wurde wunderbar aufgeführt und die Darsteller waren wirklich hervorragend.“ konnte man noch lange vernehmen. Herr Lange, Leiter des MCH, sprach sich begeistert über die Darsteller aus. Mächtig stolz ist er auf seine Bewohner.
Leider fuhren dann auch schon die meisten nach Hause. Die schöne Abendandacht, sowie Diskussionen über Kunst, wurden nur noch in einem kleinen Kreis wahrgenommen.
Der reibungslose Verlauf des Tages zeigte einmal mehr, dass es immer wieder eine Freude ist, wenn die Kirche und die Stiftung des MCH zusammenarbeiten. Das Plaudern, das gemeinsame Beten und feiern ist jede Fahrt und Regentropfen wert gewesen.
Als Abschluss, frei nach Leo Tolstois Stück „Die 3 Fragen“ möchte ich nur noch auf folgendes hinweisen:
Die wichtigste Zeit ist die Jetzige, die wichtigste Person ist diejenige, die einem gegenübersteht und das Wichtigste was wir tun können, ist ihm Gutes zu erweisen.

Ich habe einen Traum
Geschrieben am 09.09.2010 von Denise Nestler
Seit Juli ist in der Nicolai-Kirche in Oschersleben eine Ausstellung unter dem Titel zu finden. Jugendliche des Gymnasiums haben im Religionsunterricht ihre Träume auf Plakate gebracht.
Diese Ausstellung hat uns inspiriert, einmal nachzufragen, wie denn die Träume vor über 60 Jahren aussahen. Also nutzte ich die Gunst der Stunde und ging in das Quasselcafé, wo nicht nur heiter über die Vergangenheit nachgedacht wurde. Die drei Befragten, Frau Steinert (geb. 1928), Frau Hermann (geb. 1934) und Frau Hohmann (geb. 1944) vereint, dass sie trotz Rückschlägen unglaublich viel Lebensmut haben. Es ergab sich ein guter Querschnitt, denn die Frauen wurden in unterschiedlichen Jahrzehnten geboren, was für mich noch aufschlussreicher wurde. Sie gaben sich nicht nur ihrem Schicksal hin. Sie arbeiteten hart und lebten doch ruhiger, als mancher von uns es heute tut. Oft hörte ich, dass Gott ihnen durch jede Krise, aber auch durch den Alltag half. Die Thematik wurde weit ausgedehnt und ganz nebenbei lernte ich mehr über Zeitgeschichte, als ich es in der Schule oder diversen Büchern konnte.
Sie konnten in unserer Ausstellung „Ich habe einen Traum“ erkunden, wie sich die heutigen Jugendlichen ihre Zukunft vorstellen. Die unterschiedlichsten Gebiete wie Materialismus oder alte Werte wurden dargestellt.
Können Sie sich noch erinnern, was Sie sich in diesem Alter erträumt haben?
Fr. Steinert: Kriegsende, Essen und eine warme Bude!
Fr. Hermann: Ich wollte alles teilen, daraus kam der Wunsch Nonne zu werden. Ich bin neben einem Lager aufgewachsen. Als ich sah, wie arm andere sind, kam ich mir sogar reich vor. Kurzerhand zog ich einige Kleidungsstücke aus, damit sie nicht frieren mussten, schenkte ihnen Kekse und Muttis Honigbonbons. Das Lächeln war Dank genug.
Fr. Hohmann: Ich wünschte mir viele Kinder, ein schönes Haus und dass genügend Geld im Haus ist, damit niemand Hunger leiden musste.
Im Alter von 16 Jahren fangen viele eine Ausbildung an. Konnten Sie erlernen, was Sie sich schon als Kind oder Jugendlicher wünschten?
Fr. Steinert: Nein, denn damals (1946/47) waren Lehrstellen selten. Aber ich nutzte die Volkshochschule und Schulen um Steno, Altschrift und Schreibmaschine zu lernen. So konnte ich Stenotypistin werden und später als Sachbearbeiterin in der Gewerkschaft arbeiten. Eine lockere Sache, auch wenn ich durch die Diktatur des Sozialismus in einer Gewerkschaft sein musste.
Fr. Hermann: Nein, ich musste zur Haushaltsschule. Kochen, putzen und backen stand auf dem Stundenplan. So kam ich zur Gaststätte und mit 24 heiratete ich. Ab da arbeitete ich auch im Betrieb meines Mannes. Also nichts mit Nonne. Mein Papa wehrte sich auch vehement, er wollte Enkel und ich sollte nicht ohne Mann sein.
Fr. Hohmann: Ich wollte Floristin werden. Gestalten und basteln, das macht Spaß. Aber wir mussten auf das Geld schauen und auf die Familie Rücksicht nehmen. Also ging ich in die Fabrik.
Haben Sie ihre Jugend gelebt oder dachten Sie meist an die Zukunft? Viele setzen alles auf die eine Karte Zukunft und vergessen, das Jetzt zu leben.
Fr. Steinert: Ich habe nie da darüber nachgedacht. Es war doch soweit alles schön. Ich wusste nicht, was ich verpasse … bis der Fernseher kam. Da sah man erstmal was es alles gibt.
Fr. Hermann: Ich war eigentlich bescheiden, ich wollte doch Nonne werden! Weggegangen bin ich nicht oft, ich war eher für mich.
Fr. Hohmann: Klar habe ich meine Jugend genutzt. Was angeboten wurde, habe ich mitgenommen. Nach der Arbeit kommt das Vergnügen, das war mein Motto. Es gab doch zu DDR-Zeiten auch viele Möglichkeiten.
Wenn Sie jetzt, ein paar Jahre später, zurückdenken, sind Sie dann vollends zufrieden? Könnte etwas anders gelaufen sein?
Fr. Steinert: An und für sich bin ich zufrieden. Froh, dass meine Kinder alle Arbeit haben.
Fr. Hermann: Für mich ist nichts anderes denkbar. Ich war zufrieden. Wenn es etwas nicht gab, dann war das eben so. Gott wollte das in dem Moment nicht für mich.
Fr. Hohmann: Es gab durchaus Unzufriedenheiten, die hat jeder. Aber es war trotzdem alles in Ordnung, ich habe nichts vermisst.
Haben Sie noch Träume oder Wünsche, die unbedingt erfüllt werden müssen?
Fr. Steinert: Schlicht und einfach, Gesundheit.
Fr. Hermann: Ja! Urenkel sollten mal langsam kommen!
Fr. Hohmann: Es ist kein Muss, aber so eine Schiffreise wäre sehr schön. Sonst bin ich zufrieden, ich hab doch eine tolle Wohnung, Rente. Es darf natürlich weiterhin allen gut gehen, im Bezug auf Arbeit und Gesundheit. Ach eins noch, meine jüngste Enkelin (6 Jahre, Anmerk. d. Red.) möchte ich gern noch heiraten sehen.
Ist ein Leben ohne Pläne Ihrer Meinung nach möglich? Ist es leichter einfach zu leben,
oder sollte man sich immer an etwas festhalten, das vielleicht auch unrealistisch ist?
Fr. Steinert: Ein Bisschen was muss schon sein. Ins Blaue zu leben ist nicht das Wahre.
Fr. Hermann: Nein, Pläne sind wichtig. Nicht in den Tag hinein leben. Selbst wenn man eine fertige Ausbildung hat, Geld zurücklegen konnte, kommen doch die Pflichten einer Frau. Es gibt also immer etwas.
Fr. Hohmann: Man sollte immer Ziele haben. Die sind doch wichtig!





