Ehrenamtstag 2016

 

Ehrenamtliche im Regen stehen lassen? - So nicht im Kirchenkreis Egeln. Gut 300 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Kirchenkreis erlebten trotz einiger heftiger Regenschauer einen bereichernden und fröhlichen "Ehrenamtstag".

Hintergrund dieser ersten derartigen Veranstaltung ist, den Gemeindegliedern, die sich in vielfältiger Weise für ihre Gemeinden einsetzen, einfach mal "Danke" zu sagen.

Ehrenamt ist in der Kirche tragend und wichtig für das Leben der christlichen Gemeinden vor Ort, machte Superintendent Matthias Porzelle in seiner Begrüßung deutlich. Kirche ohne Ehrenamt geht nicht. Porzelle zeigte sich dankbar über das viele Engagement in den Gemeinden und lud alle ein, diesen Tag zu feiern. Zuerst jedoch gilt es Gott zu feiern, denn "was wir tun, tun wir zum Lobe Gottes".

Eingeladen waren auch die Landräte der beiden Landkreise, in denen der Kirchenkreis Egeln liegt: Hans Walker und Markus Bauer.

 

Bibelarbeit der Landesbischöfin: Unser Auftrag ist öffentlich


Landesbischöfin Ilse Junkermann führte durch eine Bibelarbeit zu Matthäus 10, 26-33. In ihren Ausführungen betonte sie, dass Mitarbeit in der Kirche immer öffentliches Geschehen ist. Dies werde vor allem in dem Sendungsauftrag Jesu am Ende des Matthäusevangeliums deutlich, wo er sagt: "geht in alle Welt". So muss der Auftrag und der Anspruch von Kirche auch heute verstanden werden. Dieser öffentliche Auftrag birgt auch Risiken und Gefahren. Junkermann nannte hier gegenwärtige Erfahrungen von Ablehnung der Kirche in den Ortsgemeinden oder die Position der Kirche zur Flüchtlingshilfe, die Nächstenliebe und Hilfe zur Integration beinhaltet.

In der Bibel ist ein Bild für dieses Risiko die Finsternis. Genau hier spricht Jesus hinein:
Jesus blendet die Finsternis nicht aus, sondern er wendet sich gerade dann an die Menschen. "Wir müssen uns ins Dunkel wagen", so Junkermann. Viele Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen genau das in der Kirche. Sie stehen an der Seite von Sterbenden, Trauernden, Fremden und Armen. Dort, wo es finster ist, kann das Wort wachsen. In der Stille, im Weinen und Klagen. Dort wächst das Wort und wird stark.

Was Jesus sagt, ist keine Geheimbotschaft. Wenn es wieder hell wird, muss dieses Wort öffentlich werden: geteilt und weitergesagt. Und dies im Sinne des Matthäusevangeliums aller Welt und mit offenen Türen.

Mit unseren Kirchen haben wir Räume geschaffen, in denen das Wort Gottes spürbar wird. Junkermann plädierte daher mehrfach und deutlich dafür, die Kirchentüren zu öffnen und offen zu halten.

Ehrenamt in der Kirche ist auch große Herausforderung für die Aktiven Gemeindeglieder, die mit ihrem Glauben einer Minderheit angehören, die sich oft verteidigen muss. Junkermann fragte daher danach, wie es gelingt öffentlich zu wirken - auch in Bedrängnis und Furcht. Sie griff dabei auf Beispiele aus der Geschichte zurück. Martin Luthers "Hier stehe ich und kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen." zeige dabei, dass Furcht und Schwäche auch zu den ganz starken Vorbildern im Glauben gehörte. Furcht könne man auch bei biblischen Persönlichkeiten, wie Paulus sehen.

Jesus ruft nicht nur die besonderen Menschen in seinen Dienst, sondern alle, die ihm Nachfolgen. Für alle gilt die Zusage, dass sein Wort in der Bedrängnis trägt. Im Öffnen der Kirchen, in Streit und Diskussion vor Ort.

Jeder kann bekennen. Viele Menschen zeigen, auch als Minderheit, dass Jesus Christus ihr Bekenntnis ist. Die Kirche Jesu Christi gewinnt ihren Bekennermut aus dem gemeinsamen Hören auf das Evangelium.

Im Vertrauen auf das Wort Jesu machte Junkermann den 300 Ehrenamtlichen Mut, ihren Glauben frei zu bekennen und ihre Kirchen zu öffnen.

 

Informativ, Musikalisch und Kulinarisch


In einer, leider durch Starkregen beeinträchtigten, Podiumsdiskussion äußerten sich Landesbischöfin Junkermann, die beiden Landräte sowie der Präses der Kreissynode, Erik Hannen, zur Bedeutung ehrenamtlicher Arbeit. Hier wurde nochmals betont, dass ohne die gut 1000 Ehrenamtlichen im Kirchenkreis Egeln kirchliches Leben nicht vorstellbar ist.

Bischöfin Junkermann schätzte die in der gesamten Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland aktiven Ehrenamtlichen auf gut 75000 Menschen. Viel Engagement, das sich zwischen Erfolg, Freude und Frustration bewegt. Ehrenamt ist für das gesellschaftliche Leben in unseren ländlichen Regionen zunehmend wichtig, betonten auch die Landräte Walker und Bauer. Ehrenamtliches Engagement werde auf vielfältige Weise von den Landkreisen unterstützt - auch die Landkreise lassen ihre Ehrenamtlichen nicht im Regen stehen.

Das Tagesprogramm hatte für jeden etwas zu bieten. Informationsstände zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Material der Landeskirche für Ehrenamtliche, fair gehandelte Produkte luden zum Informieren ein. Die Musikgruppe "Foyal" aus Magdeburg untermalte den Tag mit Weltmusik. Die Mitarbeitenden des Kirchenkreises sorgten zudem dafür, dass es den Gästen mit Kaffee und Kuchen gut ging. Ein festliches Abendessen rundete diesen ersten Ehrenamtstag für alle ab.
 

Stimmen zum Ehrenamt im Kirchenkreis

"Ich mache seit fünf Jahren einmal in der Woche "Offene Kirche" in Salzelmen. Als Rentner helfe ich gerne mit. Ich bin in dieser Kirche groß geworden und sie ist etwas ganz besonderes. Ich freue mich über das Interesse der Gäste und sage immer: Ich bin mit allen Holzwürmer per du - ihr könnt mich alles fragen."

Walter Gördens, Schönebeck Salzelmen, Arbeitet für die Offene Kirche
 
"Unsere Mitarbeit macht uns Spaß. Wir freuen uns über die Dankbarkeit. Die Menschen freuen sich über alles. Wir hatten dort mal einen Ein-Euro-Job, sind darüber in diese Arbeit reingewachsen und haben einfach ehrenamtlich weitergemacht."

Susanne Tadewald, betreut Senioren und ist im Besuchsdienst aktiv;
Carola Rauch hilft in der Kleiderkammer mit. Beide kommen aus Wefensleben/Marienborn



"Ich sehe in meiner Mitarbeit ein Aufgabengebiet, das mir wirklich was gibt. Ich habe lange gearbeitet und finde in der ehrenamtlichen Tätigkeit eine Aufgabe und Ziel an dem ich Freude ernte."

Hildegard Johann, Calbe u.a. Offene Kirche und Mitsingen in Chören

"Unsere Kinder sind auch alle kirchlich engagiert und haben auch alle Ehrenämter. Ich habe immer mit Menschen gearbeitet und das würde mir fehlen."

Gerda Friederichs, Calbe, Offene Kirche, Gemeindeblätter austragen und hilft bei vielem mehr


"Ich bin so erzogen worden: wer ein Talent hat, der soll es auch in die Gemeinschaft einbringen. Das musikalische Talent habe ich mitbekommen und ich habe darin auch eine Ausbildung erhalten. Jetzt gebe ich das zurück. Ich denke, so schließt sich wieder ein Kreis: ich kann anderen weitergeben, was ich auch bekommen habe."

Anke Groth, Aschersleben, leitet den Singkreis





"Ich mache gerne Musik. Spiele eigentlich Klavier, habe aber Orgelunterricht bekommen. Ich mache das, weil ich gerne dazu beitrage, Kirche zu unterstützen, weil ich die Ziele gut finde. Es gibt mir was, bei der Gemeinschaft dabei zu sein.


Dirk Fischer, Gatersleben, spielt Orgel zu Gottesdiensten
"Meine Motivation ist, dass meine eigenen Kinder mitgemacht haben. Ich bin auch gerne für andere Kinder da und freue mich, etwas mit ihnen zusammen machen zu können."

Antje Drostel, Hadmersleben, arbeitet mit Kindern und leitet stellvertretend den Gitarrenchor
"Die Musik erfüllt mich. Ich habe ein dankbares Publikum, dass mir auch Fehler verzeiht. Ich empfinde diese Aufgabe als Berufung, mit der ich der Gemeinde etwas Gutes tun kann. Es freut mich sehr, dass ich dieses Amt nebenberuflich bekleiden kann und Rücksicht auf meine Arbeit genommen wird."

Brunhild Baumgarten, Biere, spielt Orgel zu Gottesdiensten
"Ich habe das sieben Jahre gemacht. Unserem Sohn gefiel damals die Art, wie im Kindertreff ein Bibelthema durchgenommen wurde und so bin ich in die Arbeit mit hineingekommen."

Grit Sandau, Bad Salzelmen, hat Kindertreff mitgemacht und arbeitet im Kirchenkurier (Gemeindebrief) mit

"Ich bin mit 16 Jahren zum Glauben gekommen und habe mich seitdem in der Gemeinde engagiert. Ich gehöre zur Gemeinde, ich Glaube und es gehört zum Glauben dazu, etwas zu tun. Wenn man eine Gabe hat, kann man die auch einsetzen."

Chrisine Schünemann, Biere, hilft im Kindergottesdienst, Kindertreff und vielem anderen


"Es ist eine Form von Dankbarkeit, die ich in den Ehrenämtern leben darf. Dankbarkeit, dass ich Glauben darf. Ich kann Gott davon etwas zurückgeben. Das Ideal für mich ist: "Gott ist die Liebe" und ich versuche dieses Ideal zu leben. So sollte es auch in den Kirchengemeinden laufen. Ich predige diese Botschaft und diese Liebe - das ist das einzige, was mich antreibt."

Erik Hannen, Präses des Kirchenkreises Egeln, Mitglied der Landessynode und ordinierter Prädikant
"Ich bin Rentner. Interessiere mich seit 30 Jahren für Uhren. Mich interessiert die Mechanik und die muss erhalten werden. Es gibt immer weniger Menschen, die das können. Die Uhr soll laufen und ich freue mich, wenn sie läuft."

Ulrich Patze, Langenweddingen, kümmert sich um die mechanische Turmuhr in Dodendorf



20.08.2016, Holger Holtz, Beauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Egeln, Büro: Stephanikirchhof 9, Telefon: 03473 888140, Handy: 01573-1679161, FAX: 03473 888141
Email: presse@kirchenkreis‐egeln.de, Internet: www.kirchenkreis‐egeln.de



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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18.11.2017
Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Jesus Christus hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.
Jesaja 9,1 Titus 2,14

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