Gebetskalender
Junge Menschen, die Schule grade abgeschlossen – starten für ein Jahr in einen Freiwilligendienst. Wunderbare Möglichkeiten tun sich da auf – für die jungen Leute und auch für die Einsatzstellen in diakonischen Einrichtungen, in Kirchengemeinden und Verbänden.
Steh ihnen bei, Gott, all denen, die sich jetzt
– oft zum ersten Mal nach der Schule –
aufmachen in eine neue, unbekannte Welt.
Manche von ihnen gehen sogar ins Ausland.
Hab Dank für ihre Träume und ihre Lust an der Herausforderung.
Steh ihnen bei, wenn plötzlich alles anders ist als gedacht.
– Du weißt ja, wie das ist.
Schick ihnen Weggefährten,
die sie ernst nehmen und ihnen zur Seite stehen.
Lass sie Begleiter finden,
die sie beraten und ihnen helfen.
Bestärke sie, dass sie offen ihre Fragen stellen
und lass ihre Ideen und Anregungen auf offene Ohren treffen.
Dann haben alle Gewinn davon.
Amen.
Ok. Langsam geht der Sommer zu Ende. Der Alltag startet wieder. Manches wird sein wie immer, manches wird aber ganz neu. Mir liegt das heute auf der Seele für die, die vor einem Neuanfang stehen.
Gott, du bist ein Freund des Wandels.
Und das kann so wunderbar sein, neu zu beginnen.
Ich richte mich zu gern gemütlich ein.
Im Sommer, im Leben, in dem, was alles so gut läuft.
Oder eben manchmal auch nicht.
Gott, stups mich an,
dass ich losgehe, anpacke,
und erst einmal überhaupt sehe, was alles auf Anfang gehört.
Stärke mich, wo ich mit dem neuen nicht klarkomme.
Sei bei mir, wenn ich vor einem Neustart Angst habe.
Oder wenn ich vor lauter Elan über’s Ziel hinausschieße.
Du Gott des Wandels.
Amen.
Ich habe Tiere, für die ich sorge, und sie sorgen auf ihre Weise auch für mich. Kater, die Katzendinge tun und mich zum Lachen bringen. Und Hühner, die mir Eier legen und zeigen, wie wahres gelassenes Arbeiten geht – und wie echte Eier schmecken. Für die Tiere möchte ich beten.
Schöpfergott, höre mein Gebet für die Tiere.
Für unsere pelzigen und gefiederten Freunde,
die bei uns leben, die wir lieben und verwöhnen,
die uns reich machen mit ihrer Wärme und Lebensfreude.
Ich bete aber auch für die Tiere,
die gejagt oder in Unfreiheit gehalten werden,
die hochgezüchtet und einsam sind.
Für die Tiere, die ausgesetzt werden.
Für sie alle bitte ich dich um deine schützende Hand.
Und für alle, die mit ihnen leben, bitte ich dich
um mitfühlendes Herz, eine sanfte Hand und ein freundliches Wort.
Mach auch mich selbst zu einem wahren Freund der Tiere,
in denen du, göttlicher Schöpfer, mir ja auch ganz nahe kommst.
Amen.
Eine Kerze anzünden auf dem Weg. Eine Ruhepause auf einer Kirchenbank, während einer Stadtbesichtigung. Eine kühle Oase mittendrin. Vor einem Kreuz stehen und ein Gebet sprechen. Das tue ich gern in der Urlaubszeit. Das geht, weil die Kirche offen ist.
Guter Gott, ich klinke an der Tür,
und es öffnet sich ein Raum der Stille für Dich, Gott, und für mich.
Ich atme durch,
lasse die Gedanken fließen,
denke an meine Tante, die es grad schwer hat und deshalb mit dir ringt.
Ich danke Dir für die Gemeinde,
die mir diesen Moment ermöglicht.
Für ihr Vertrauen in Besucher wie mich.
Gott, in einer Offenen Kirche lasse ich ein Gebet da
und eine Spende auch
– und nehme ein Stück Gewissheit mit,
dass du auf meinem Weg weiter dabei bist.
Und bei meiner Tante auch.
Amen.
In der Natur sein, über dem Feuer das Essen selbst kochen und Abends gemeinsam Lieder singen: das alles kann Pfadfinderarbeit. Und ich liebe es von ganzem Herzen. Beeindruckt bin ich vom sogenannten „Hajk“: eine Gruppe von Kindern ist zum ersten Mal einen Tag und eine Nacht unterwegs, ohne Erwachsene nur mit der eigenen kleinen Sippe
Gott, in diesen Tagen brechen viele Pfadfinderstämme
zum jährlichen Sommerlager auf.
Segne diese Zeit.
Lass sie mit der Herausforderung wachsen!
Begleite die Sippen, die sich auf den Weg machen
und ihren Pfad selbst finden wollen.
Stärke die Jugendlichen, die diese Sippen leiten,
damit sie ihre Aufgabe gut erfüllen.
Lass unterwegs das Essen nicht anbrennen
und lass es in der Nacht möglichst nicht regnen.
Schaffe gute Begegnung mit anderen Menschen,
wenn sie um Wasser zum Trinken fragen,
oder um eine Wiese zum Zelten.
Lass sie erfahren,
dass Du in unsicheren Momenten bei ihnen bist
mit deinem Schutz und Deiner Fürsorge.
Amen.
Sommer und Radfahren - das gehört für mich zusammen. Am liebsten mach ich Urlaub mit dem Fahrrad. Das Tempo ist genau richtig: Nicht zu schnell. Nicht zu langsam. Ich erlebe da unglaublich viel Schönes.Wie gerade am Elberadweg zwischen Wittenberg und Wörlitz. Ich hatte allerdings auch schon mal einen Unfall. Der hätte böse ausgehen können...
Ich will jetzt mal für uns Radfahrer:innen beten:
Danke Gott für deine Engel damals
und für den Fahrradhelm.
Überhaupt ein großes Danke:
Fahrradwege,
Fahrradanhänger mit Kindern glückliche Gesichter,
Lindenblütenduft und Weizenfelder,
kleiner Bach und kühler Wald,
roter Klatschmohn und gelbes Johanniskraut,
und darüber Himmelsblau.
Hilf uns zu Achtsamkeit miteinander.
Für Max, wenn er zur Schule muss,
für Frau Müller mit der Einkaufstasche am Lenker
und auch für die Wiesen und den Wald.
Ja, darum bitte ich dich.
Um Leichtigkeit und Entspannung,
um deinen Schutz,
um den wachen Blick für meinen Nächsten
und für deine Schöpfung.
Amen.
2023 konnten in Thüringen und Sachsen Anhalt durch die Aktion ‚Kindern Urlaub schenken‘ wieder ca. 40.000,-€ gesammelt werden. Geld, das Kindern Urlaub ermöglicht, den sie sonst nicht erlebt hätten. Ich möchte für diese Kinder beten und für diese Aktion der Diakonie Mitteldeutschland werben: Kindern Urlaub schenken.
Gott, weißt du: meine tollsten Erinnerungen aus der Kindheit sind Urlaube.
Ferienlager, Lagerfeuer, Strand und Wasser.
Das gehört doch zum Kindsein dazu.
Hauptsache raus aus der Bude und die Schule ist weit weg.
Ach Gott, ich finde es so traurig,
wie viele Familien sich keinen Urlaub leisten können,
nicht einmal ganz kleine Auszeiten für ihre Kinder.
Gott, mein Herz gehört diesen Familien und ich bitte dich für sie.
Schenke Chancen, schenke Lachen, schenke Unbeschwertheit.
Schenke Ferien, wie eine Kindheit sie verdient.
Amen.
Manchmal ist es einfach zu viel. Ich möchte aussteigen. Kurz innehalten. Pause machen vom Alltag. Vom Stress. Ich möchte beten.
Atmen. Ein und Aus.
Die Augen schließen.
Mich finden.
Dich finden.
Kopf aus.
Herz an.
Fühlen.
Ohne Zeitdruck.
Ohne Lärm.
Atmen. Ein. Aus.
Ruhe.
Pause.
Ganz bei dir sein.
Mein Gott.
Amen.
Mehrfach habe ich Gemeinden in Mittelengland besucht. Mich interessierten besonders die frischen Ausdrucksformen von Kirche, die es dort gibt. Wie gut und hilfreich ist so ein Blick über den Tellerrand!
Gott,
Du öffnest neue Horizonte
und lässt uns stauen über die Vielfalt des Glaubens.
Ich bin dankbar über die vielen Kontakte nach England.
Das Engagement, der Mut, etwas Neues auszuprobieren,
und die tiefe Frömmigkeit beeindrucken und stärken mich.
Offene Türen sind ein wunderbares Geschenk.
Ich danke Dir, Gott,
für die Begegnung mit Richard, der sein Wohnzimmer regelmäßig sonntags
für ein Bibelgespräch mit Tea, Cream und Scones öffnet,
für Caroline und ihrer Spiele-Kirche,
und die Messy-Church von Sarah und Michel.
Gib ihnen weiter Mut und Kraft für ihre Mission.
Und beflügle mich, bei meinen eigenen Versuchen, Kirchen neu auszuprobieren.
In dieser Woche besucht Regionalbischöfin Bettina Schlauraff die Partnerdiözese der in Worcester.
Segne die Reise und die Partnerschaft.
Segne alle, die Partnerschaften tragen und mit viele Liebe pflegen.
Amen.
Pride und Kirche passt nicht zusammen?
Oh doch! Unbedingt sogar. Für mich untrennbar miteinander verbunden.
Lasst uns beten.
Gott,
Deine Schöpfung ist so vielfältig und bunt.
Deine Menschen so unterschiedlich, besonders und einzigartig.
Bitte sei in diesen Wochen bei allen,
die für Menschenrechte auf die Straße gehen.
Die sich einsetzen für Freiheit und Frieden.
Hilf, dass die Veranstaltungen gewaltfrei bleiben,
und öffne die Herzen der Menschen, dass sie Vielfalt als Bereicherung
und nicht als Bedrohung wahrnehmen können.
Da ist so viel Zerbrechlichkeit in alle der Buntheit.
So viel Schmerz durch Ablehnung, Diskriminierung.
Du hast uns wunderbar gemacht Gott.
Jede und Jeden einzelnen von uns.
Lass uns das nie vergessen.
Amen.
Unterwegs in Spanien.
Eine fremde Sprache, die ich weder sprechen noch verstehen kann.
Und doch merke ich immer wieder, dass eine Verständigung gelingt.
Ein Lächeln, eine Geste, ein Händedruck.
Es gibt also etwas, was uns über alle Sprachen hinweg verbindet.
Mit dem Geist von Pfingsten möchte ich beten:
Gott,
ich spüre Dich und Deinen Geist,
wo Menschen sich blind verstehen,
wo sie mit den Händen reden
und ein Lächeln mehr sagt als tausend Worte.
Gott,
ich spüre Dich und Deinen Geist,
wo Glaube Brücken baut über die reißenden Flüsse des Hasses,
wo Hoffnung der Resignation den Wind aus den Segeln nimmt
und Liebe sich ausbreitet wie der Samen von Pusteblumen.
Gott,
ich spüre Dich und Deinen Geist,
wo Kirche ein Ort für alle ist, auch wenn man den Glauben anders buchstabiert,
wo Grenzen durchlässig sind und Mauern übersprungen werden,
wo ein Mensch den anderen sieht und ehrlich fragt: "Wie geht es Dir?“
Gott,
ich spüre Dich und Deinen Geist,
wo Menschen das Leben in Fülle schmecken dürfen,
wo dunkle Schatten fliehen vor Deinem kraftvollen Wort,
wo Sehnsucht gestillt wird und Menschen sagen: „Hier ist gut sein!“
Amen.
Haben Sie schon mal das Wort Erschöpfungsstolz gehört?
Stolz sein darauf, k. o. zu sein?
Da stimmt doch was nicht, oder?
Mich hat dieses neue Wort erstmal belustigt. Und dann aber nachdenklich gemacht. Weil: Manchmal ertappe ich mich ja auch dabei, dass ich anderen stolz erzähle, was ich alles mache und wie kurz meine Nächte sind. Als ob mich das wertvoller und wichtiger machen würde – krass, oder?
Da stimmt doch was nicht.
Darum will ich jetzt mal beten für alle, die überlastet sind:
Du Lebensatem, mütterlicher Vater deiner Kinder!
Unsere Energie – sie kommt von dir.
Und auch Tag und Nacht – du hast sie gemacht.
Hilf uns, wenn wir die Nacht zum Tage machen,
wenn wir uns selbst ausbeuten.
Erinnere uns daran, dass du auch die Ruhe erfunden hast,
dass alles seine Zeit hat,
Arbeit und Freizeit.
Fülle leere Batterien auf.
Streich uns die Sorgenfalten aus der Stirn.
Nimm den Rotstift in die Hand für to-do-Listen XXL.
Und flüstere uns ins Herz, wie sehr du uns liebst,
wie sehr wir dir gefallen,
auch wenn wir alles um uns herum vergessen.
Wenn wir träumen und tanzen
und mit unseren Kindern spielen.
Amen.
Nicht jeder Abschied ist friedvoll. Nicht immer waren die letzten Worte in Liebe gesprochen. Manchmal sind da Schuld und das Warten auf Vergebung. Unerfüllte Sehnsucht. Streit und verletzende Worte. Abschied kann schmerzen. Da hilft es, wenn ein zweiter Abschied geschenkt wird. Einer mit Abstand, mit anderen Worten. Vielleicht sogar mit Verständnis. Mit Hoffnung, die Abschieden innewohnen kann.
Gott,
manchmal braucht es einen zweiten Abschied.
Mit Abstand. In Frieden.
Himmelfahrt.
Ein Gehen im Bleiben.
Weil du nicht festzuhalten bist
und gleichzeitig immer da.
Bitte schenke uns zweite Chancen,
für friedliche Abschiede.
Dass wir ziehen lassen können
und behalten, was guttut:
Gedanken.
Worte.
Begegnungen.
Du bist in allem.
Im Schmerz. Im Heilen.
Im Weitergehen.
Danke, Gott.
Amen.
„Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen.
Was er dir Gutes getan hat, Seele, vergiss es nicht, Amen.“
Ein Leben ohne Gesang?
Das ist für mich nicht vorstellbar!
Dafür will ich Gott danken und bete zu ihm:
Gott,
danke für dieses geniale Geschenk zu singen.
Singen ist wie Atmen.
Es passiert einfach
– beim Spazierengehen, beim Autofahren
und auch beim Duschen.
Ich fühle mich frei, wenn ich singe
und Singen befreit, wenn es mir mal nicht so gut geht!
Danke für alle leisen Melodien, die mich anrühren.
Danke für alle kräftigen Gesänge, die mir Gänsehautmomente verschaffen.
Danke für das Singen in Chören, für das Mitsingen bei Konzerten, für die Fangesänge in den Stadien.
Gott, schenke uns in allen Tönen eine Ahnung von Dir,
in allen Melodien einen Hauch von Deiner Gegenwart.
Amen.
Buntes Cover, peppig aufgemacht – die Lutherbibel für dich.
Wir verschenken sie jedes Jahr an unsere neuen Konfirmanden.
Herausgegeben hat sie die Dt. Bibelgesellschaft.
Seit über 200 Jahren sorgt sie dafür, dass Menschen die Bibel kennenlernen,
dass sie auf Entdeckungsreise gehen,
dass sie erfahren: Das sind ja nicht nur Leseworte, sondern Lebensworte!
Dafür will ich beten:
Lebendiger Gott,
zwischen zwei Buchdeckeln bist Du zu finden –
und füllst doch den Kosmos von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Ich lese von Menschen, die Dir begegnen –
aber Du willst ja auch mir begegnen.
Mein Leben willst Du berühren und mich führen.
Meine Sehnsucht willst Du stillen
und die Antwort auf letzte Fragen sein.
Bleib bei mir mit Deinem Wort,
das mich tröstet und stärkt,
das mich ermutigt und beflügelt,
das mich erdet und mir festen Grund verleiht.
Amen.
In dem einem Dorf sind es zwei Soldatengräber auf dem Friedhof, im nächsten Dorf sind es drei oder sechs. Die Sterbedaten der jungen Männer sind der 6., 7. und 8. Mai 1945. Berlin lag schon in Schutt und Asche, aber an der Elbe in der Altmark starben noch Menschen. Bis zum letzten Tag. Das ist jetzt genau 80 Jahre her.
Gott, manchmal hätte nur ein Tag gefehlt
und dann wäre mancher junge Mann unversehrt nach Hause gegangen.
Und hätte vielleicht gelebt bis ins hohe Alter.
So sinnlos ist manches Opfer!
Gott sei Dank: Kriege gehen zu Ende.
Dankbar sehe ich, wie in 80 Jahren Frieden und Versöhnung gewachsen sind.
Sie sind mir so selbstverständlich, dass ich mir eine andere Welt kaum vorstellen kann.
Und doch ist Krieg noch immer Realität.
Gott, mach den Gewalttaten ein Ende!
Führe die Verantwortlichen zu fairen Verhandlungen,
lass sie gute Lösungen oder Kompromisse finden.
Am Ende der Gewalt stärke in uns die Sehnsucht nach dem Anfang von Frieden.
Amen.
Auf Kirchentagen erlebe ich Kirche, wie ich sie mir erträume:
mutig stark beherzt.
Volle Kirchen.
Jede Menge fröhliche Menschen.
Kräftiger Gesang.
Vorträge zu relevanten Themen.
Wichtige Diskussionen.
Frische Impulse.
Bald beginnt der Deutsche Evangelische Kirchentag in Hannover. Und dass der gelingt, dafür möchte ich beten:
mutig stark beherzt
Ja, so mach uns, deine Kirche, deine Mitarbeiter:innen, deine Gemeinden.
Denn vieles bei uns fühlt sich oft anders an:
So verzagt. So kraftlos. So kleinlich. Leider.
mutig stark beherzt
Zeig uns in Hannover, wie das gehen kann.
Sing mit uns Mutmach-Lieder, die nachklingen.
Schweig mit uns, wo wir nicht weiterwissen, damit wir fromme Phrasen verlernen.
Überrasche uns mit neuen Möglichkeiten.
Verwandle Bedenken in Visionen.
Gib neuen Schwung für das, was dran ist.
Öffne unsere Augen und Herzen für Menschen, die viel von uns erwarten,
damit wir mit ihnen zusammen Halt suchen und finden in dieser verrückten Zeit
und deinem Namen alle Ehre machen.
Amen.
Nebenan wurden heut schon die Ostereier abgenommen vom Vorgartenstrauch. Schade eigentlich. – Ich will sie hängenlassen. Damit sie mich erinnern an Osterlieder und Lebensfreude. Ich weiß, ich werde sie brauchen, wenn ich Nachrichten hör oder dunkle Gedanken mich plagen.
Kommt, betet mit mir:
Häng mir bunte Ostereier in meine Tage, Gott, dass sie mir leuchten,
mich wieder und wieder erinnern:
Aus Dunkel wird Licht. Das Leben siegt.
Mach mir die Hoffnung stark, Gott,
dass ich tröste und zärtlich vom Leben erzähle,
und mutig lachen kann gegen den Tod.
Deine Freude soll mir glucksen im Bauch,
dass ich Halleluja singe, trotzig beschwingt, auch gegen die Angst.
Du, Lebendiger, bist ja dabei.
Amen.
Als Video auf auf YouTube finden Sie das Gebet hier: www.youtube.com/shorts/LINnZ81wH4c
Von “Hosianna", "Gelobt sei Gott" zu “Kreuzige ihn” in wenigen Tagen.
Die Karwoche nimmt uns mit in menschliche Abgründe.
Zeigt uns die Wankelmütigkeit unsere Herzen, unseres Sehnens.
Enttäuschte Erwartungen und zu was sie uns Menschen bringen können.
Wir gehen den Weg mit. Jedes Jahr auf`s Neue. Halten aus und warten...
Gott,
enttäuschte Erwartungen.
Vom Einzug ans Kreuz.
Hosianna. Gelobt sei.
Kreuzige ihn. Kreuzige ihn.
Wir sind wankelmütig.
Unser Herz.
Unser Geist.
Tod.
Abbruch in jeder Beziehung.
Einsamkeit.
Und ein Funke.
Klein.
Unscheinbar.
Hoffnung.
Auch an den tiefsten Ort.
Wir halten aus.
Wir warten.
Mit dir.
Amen.
„Halleluja“, ruft sie mir zu. Eine Frau in meiner Gemeinde begegnet mir immer wieder mit strahlendem Gesicht und ruft mir dieses fröhliche „Halleluja“ zu. Für manche wäre das vielleicht befremdlich, aber da ich sie schon lange kenne, weiß ich, dass daraus ein tief empfundener Lebensdank spricht.
Daher möchte ich beten für ein Halleluja bei uns:
Du, Gott, stillst die Sehnsucht nach Leben.
Du kennst meinen Durst nach Liebe
und meinen Hunger nach Geborgenheit.
Du siehst mir ins Herz.
Halleluja.
Du, Gott, gibt’s meinem Leben Richtung und Halt.
Du weißt, wenn ich mich verirrt habe
und Du findest mich, wenn ich mich verloren fühle.
Du gibst meinen Füßen wieder sicheren Halt.
Halleluja.
Du, Gott, gibst mir mein Lächeln zurück.
Du streichelst zärtlich mein Gesicht
und flüsterst mir zu: Schön, dass es Dich gibt!“
Du gibst mir die Hoffnung für mein Leben zurück.
Halleluja.
Ja, aus tiefster Seele: Halleluja!
Amen.
Über 4 Millionen Menschen in Deutschland werden zuhause von ihren Angehörigen gepflegt. Diese nehmen viel auf sich, um diese Pflege zu leisten: sie verzichten auf Urlaub, reduzieren ihre Arbeitszeiten, können nicht mehr vollumfänglich am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Noch immer wird ihre Leistung nicht finanziell oder gesellschaftlich anerkannt. Lasst uns ihr Leben und ihren Dienst im Gebet vor Gott bringen.
Gott,
Du siehst die Tochter, die ihre alte Mutter pflegt,
den Vater, der für sein Kind da ist, jeden Tag und jede Nacht.
Du siehst die Ehefrau, die ihren Mann durch seine Demenz begleitet.
Du siehst ihren leichten Schlaf, der auf das kleinste Geräusch achtet,
du siehst ihre Müdigkeit,
und ihre Erschöpfung, wenn sie sich mit den Ämtern herumschlagen.
Du siehst ihre so vielfältigen Aufgaben,
die sie jeden Tag ganz selbstverständlich tun.
Du siehst ihre Wut – und ihre Liebe
und wie viel sie zurückstellen, um dazusein.
Sei bei ihnen, Gott.
Du weißt ja, wie es sich anfühlt,
wenn man nicht mehr kann, aber einfach weitermachen muss.
Gott, nimm sie einfach mal in den Arm.
Segne und tröste sie.
Amen.
Die Krönung von Charles III. in London vor drei Jahren wurde vom Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, geleitet. Was mich fasziniert: Erst im Alter von 37 Jahren wurde er zum Priester ordiniert. Davor war er Finanzmanager in der Erdölindustrie! "Quereinsteiger willkommen!" – kann man überall lesen. Das gilt jetzt auch für die Kirche. In dieser Woche werden bei uns in Mitteldeutschland Menschen ordiniert, die aus einem nichtkirchlichen Beruf kommen. Für die möchte ich beten.
Gott, es gibt so viele Wege, wie Du Menschen rufst.
Von gerade und von quer.
Ich danke Dir für die Vielfalt der Gaben und Berufungen.
Vieles wird jetzt neu beginnen können:
Die Ordinierten werden Gottesdienste gestalten,
Beerdigungen übernehmen und Taufen.
Sie werden ihre Verkündigung mit ihrer Erfahrung
aus ihrem Leben und ihrem Beruf verbinden.
Sie werden eigenständige Gemeindekreise leiten
und ihren Glauben in ihr eigenes Netzwerk einbringen.
Gott, Ich bitte Dich für die Quereinsteiger,
die sich in dieser Woche auf die Ordination vorbereiten.
Lass Sie getragen sein von Deiner Berufung.
Segne die Gespräche, die Gebete, das Reden, Singen und das Schweigen.
Amen.
„Du hast den Farbfilm vergessen“ sang Nina Hagen einst.
Vorher gab`s nur Schwarzweiß.
Es war ein Quantensprung, nun auch die Vielfalt der Farben in der Fotografie zu sehen.
So bunt, wie die Welt in Wirklichkeit ist,
so bunt sind auch die Menschen in ihrer Herkunft, ihrer Art zu leben, zu glauben und zu lieben.
Die Internationale Woche gegen Rassismus will und muss daran erinnern.
Gott, Du hast mit Farben, Formen und kreativen Ideen nicht gespart,
als Du alles ins Dasein gerufen hast.
Gib mir staunende Augen und ein weites Herz,
das sich an dieser Vielfalt erfreut.
Wecke mich auf, wo ich selbst
in den Kategorien von Abgrenzung und Unterscheidung denke.
Erinnere mich daran, dass alle Menschen
Kinder Deines schöpferischen Willens sind.
Gib mir den Mut, dort klar und entschieden zu reden und zu handeln,
wo andere Menschen herabgesetzt werden.
Die Farben dieser Welt sollen leuchten in den Gesichtern der Menschen,
auf den Blüten der Blumen und in den Streifen des Regenbogens!
Amen.
Monster und Heilige.
Wir teilen die Welt gern auf in Gut und Böse.
In schwarz und weiß.
Doch so einfach ist es nicht.
44.000 Menschen sitzen aktuell in einem Gefängnis in Deutschland.
2700 davon im Jugendstrafvollzug.
Lasst uns beten.
Gott, Du siehst das Herz.
Du siehst uns ganz.
Ich weiß nicht, was einen Menschen bewegt straffällig zu werden.
Wo kommt er her?
Wo ist er falsch abgebogen?
Was hat ihn geprägt?
Bereut er seine Tat?
Doch ich weiß du bist da.
Immer.
Auch wenn wir Deine Gnade manchmal nicht verstehen.
Dir sind alle Menschen anvertraut.
In ihrer Gebrochenheit.
In ihrer Schuld.
Im Abbruch und im Neuanfang.
So bitte ich dich, Gott,
sei bei allen, denen Schaden durch die Straftaten zugefügt wurden.
Sei auch bei jenen, die im Gefängnis sitzen.
Rühre ihr Herz an, dass Veränderung möglich ist.
Und sei bei allen SeelsorgerInnen die dort sind,
um zu unterstützen, zuzuhören, da zu sein.
Gott diese gebrochene Welt braucht Dich.
Wir brauchen Dich.
Amen.