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Leseandacht für den 11. Sonntag nach Trinitatis

Gute Vorsätze

Für mich ist ja der Beginn des neuen Schuljahres wie Silvester und Neujahr. Mein Jahr ist mehr nach Schuljahr geordnet und so bin ich nun im: alles wird neu-Modus. Und ich habe Vorsätze. Ich habe Vorstellungen, wie es sein wird das neue Jahr.
Mehr Zeit für Familie und Freunde.
Arbeit, die Spaß macht. Wo man aber auch sagen kann: es ist genug.
Mehr Zeit für mein Hobby.
Mehr auf meine Gesundheit achten – die körperliche und die seelische.
Und damit das überhaupt geht, brauche ich erstmal ein neues Buch für alle Notizen. Ich muss mein Arbeitszimmer aufräumen, putzen, ein bisschen neue Deko. Und ich brauche eine neue Tasche. Das motiviert. Das macht gleich alles schöner, frischer.
Ich muss aber ehrlich gestehen, das das oft meine Taktik ist. Als ich mir vorgenommen habe, mehr im Garten zu machen, habe ich mir erstmal neue Gartenhandschuhe gekauft und so ein schönes Set an Gartengeräten. Als ich beschloss, mehr Sport zu machen, habe ich mir zuerst neue Sportsachen gekauft und Schuhe. Die ziehe ich jetzt nur noch einmal im Jahr an zum Pilgern.

„Wenn du Gott bittest, einen Marathon zu gewinnen, wird er dir Schuhe geben. – keine Medaille.“  Das ist wohl nicht gemeint mit diesem Sprichwort.

Um Herausforderungen anzugehen haben wir alle sehr unterschiedliche Strategien. Erstmal das Equipment besorgen und gut aussehen – wäre eine Strategie. Gott mach, das – ist eine andere. 
Gott wird nicht meinen Kalender führen, dass ich eine vernünftige Planung hinkriege. Er wird auch nicht, alles blöde von mir halten. Er wird auch nicht, Fehler ungeschehen machen. Und er wird auch Niederlagen nicht verhindern.
Aber, er hat alles für mich, dass ich klar komme, dass ich meine Vorsätze hinkriege und wenn es nicht klappt, zurecht komme. Er hat das Handwerkszeug für mich. Grundwahrheiten wie: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.“ Wenn ich das in Einklang bekomme, dann müsste ich eine gute Balance von Geben und Nehmen herstellen können. Wenn ich höre, „wie wunderbar ich gemacht bin“, dann kann ich auch sagen: es ist genug so und mich im Spiegel anlächeln. „Alles hat seine Zeit“, „am siebenten Tag sollst du ruhn“ sagt mir: Arbeit und Familie und ich und alles hat seine Zeit, seine Berechtigung und muss sein. Es braucht die Mitte.
Und vor allen Dingen gibt Gott mir Liebe. Und wenn Liebe Grundlage ist für Herausforderungen, für Neuanfänge, für das Leben, dann bekommst du Medaillen und vielleicht noch schöner: du verteilst sie. 
 

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