Leseandacht,

10.01.2026
Leseandacht zum 1. Sonntag nach Epiphanias

Orientierung im Neuen Jahr

Nun ist das Neue Jahr 2026 schon wieder zehn Tage alt. Wieviel vom festlichen Glanz der Weihnachtstage und des Epiphaniastages am Dienstag dieser Woche ist bei Ihnen noch vorhanden?
In manchen Orten in der Börde sind Sie vielleicht am freien Epiphanias-Tag den Sternsingern begegnet: Diese grossen und kleinen Sänger wollen mit Liedern und Gedichten den Glanz der Weihnacht noch weiter tragen, über den Jahreswechsel hinaus. Denn die Weihnachtszeit reicht noch bis in den Februar. Die  Sternsinger singen und erzählen von den Heiligen Drei Königen, die etwas später an der Krippe bei Maria und Joseph in Bethlehem ankamen und Jesus als den neu geborenen König dieser Welt verehrten. Davon erzählt die Bibel in einer zweiten Weihnachtsgeschichte, die der Evangeliums- Schreiber Matthäus uns hinterlassen hat. Daher das Epiphaniasfest. Epiphanias heisst Erscheinung: Mit Jesus ist das Licht und die Wahrheit in unserer Welt erschienen – ein für allemal. Daran glauben wir Christenmenschen.
Wer diese Weihnachtsgeschichte aufmerksam in der Bibel liest, wird aber gar nichts von drei heiligen Königen entdecken. Die, die da aus dem Osten kamen, waren weise, gebildete Männer. Sie waren Zeiten-Deuter. Sterndeuter. Leute, die wussten, was die Stunde geschlagen hat. Kluge Köpfe, die erkannten, was unsere Welt bedroht. Sterndeuter sind etwas anderes als Könige. So erzählt Matthäus von Weihnachten: Mitten unter uns gibt es Menschen, die uns orientieren können, die einen Blick dafür haben, was hilft, was heilt, wie wir unsere Welt zusammenhalten können. Weil sie sich an Jesus orientieren und nicht sich selbst für den Mittelpunkt der Welt halten.
Ich wünschte mir manchmal solche wirklich im guten Sinne weisen Leute  für unsere Zeit heute. Menschen die der Wahrheit allein verpflichtet sind und nicht ihrem Eigennutz. Gibt es heute davon zuwenig oder höre ich den Vorhandenen zu wenig zu?
Orientierung an der Wahrheit, ein Licht auf dem Weg ins Neue Jahr hinein, das brauchen wir alle. Und ich will darauf hoffen, dass mir kluge, weise Menschen dabei Orientierung geben durch ihr Tun und Reden und das wünsche ich Ihnen auch.