28.12.2025
Leseandacht zum ersten Sonntag nach dem Christfest
Maria sagte: Mir geschehe, wie du gesagt hast. Lukas 1,38
Da ist diese junge Frau in einer kleinen Stadt. Sie lebt noch zu Hause bei ihren Eltern, hat aber schon einen freundlichen jungen Mann kennengelernt. Mittlerweile sind beide verlobt und schmieden voller Freude Zukunftspläne. Erst einmal kommt die Hochzeit, dann ein gemeinsames Haus und nach und nach sollen Kinder zur Welt kommen. Auf eigenen Beinen stehen, eine Familie gründen und Teil der großen Gemeinschaft im Ort sein – das sind verheißungsvolle Aussichten für Maria.
Noch bevor es aber dazu kommt, durchkreuzt eine Begegnung alles, was sie sich bisher ausgemalt hat. Gott schickt seinen Engel und lässt ihr seinen Plan mitteilen – es ist der große Plan Gottes, der alles dagewesene in den Schatten stellen wird, und dieser Plan hat etwas mit ihr zu tun. Sie willigt ein!
Aber was wäre gewesen, wenn sie es sich anders überlegt hätte? Wer hätte das nicht verstehen können. Dass Gottes Plan Nachteile für sie hatte, lag auf der Hand. Dennoch hielt sie an ihrem Ja zu Gott fest, auch und gerade dann, als es richtig schwierig wurde. Gott hat sich auf Maria verlassen und Maria ganz offensichtlich auf Gott.
Ich denke, das macht das Wesen des Glaubens aus. Es geht um eine vertrauensvolle und verbindliche Beziehung zwischen Gott und dem Menschen. Beide stehen für einander ein, bleiben in Verbindung und gehen miteinander durch alle Höhen und Tiefen.
Dieser Jesus, den Maria in jener Nacht in einem Stall zur Welt brachte, ist die verbindlichste Liebeserklärung Gottes an uns. Gott schenkt uns seinen eigenen Sohn, damit alle, die ihn, also diesen Jesus, kennenlernen und ihm vertrauen, nicht mehr alleine durch ihr Leben gehen müssen, sondern für immer und ewig mit ihm verbunden bleiben.
Josef, der Verlobte, hat Maria nicht verlassen, obwohl das Kind nicht von ihm war. Er hat sich zu Maria und zu diesem Kind gestellt. Beide sind diesen Weg mit und für Jesus gegangen. Was für ein großes Glück für uns heute, dass sie sich für Gott geöffnet und er einen Platz in ihrer Mitte und in ihrem Leben gefunden hat.
Genau das wünsche ich auch Ihnen: dass Jesus, der nichts geringeres ist als Gottes Sohn, auch zu Ihnen kommt und bei Ihnen Platz findet. Er ist mit sehr wenig zufrieden, wenn er nur in Ihrer Nähe sein kann. Lassen Sie ihn herein in Ihr Leben, dann erfahren Sie, wie Weihnachten auch für Sie ganz persönlich Wirklichkeit werden kann.
Gott segne Sie in dieser Weihnachtszeit!