Leseandacht,

03.01.2026
Leseandacht zum zweiten Sonntag nach dem Christfest

Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu.“ (Offenbarung 21,5)

So lautet die Jahreslosung für das neue Jahr 2026. Da regen sich ganz unterschiedliche Gefühle, wenn man den Satz auf sich wirken lässt. Ein leiser Hoffnungsschimmer bricht sich durch: „Ja, das wäre endlich mal dran!“ Und mir fallen sogleich einige Dinge ein, die erneuerungsbedürftig wären… Doch da ist auch ein Zögern, das mich auf Abstand gehen lässt: „Wird wirklich ALLES neu?“ Es gibt doch auch Gutes, das so bleiben soll, wie es ist. Und vielleicht mag der eine oder andere auch denken: „Im Ernst?! Das kommt reichlich zu spät. Zu viel Leid und Schreckliches ist schon geschehen. Worauf wartet Gott denn noch?“

Wir finden diesen Vers im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes. Der Autor lebt in der Verbannung und schreibt in eine Zeit hinein, in der Christinnen und Christen zunehmend vom Römischen Reich unter Druck geraten, Ausgrenzung erleiden und teilweise aufgrund ihres Glaubens umgebracht werden. Johannes scheibt, um die Verzweifelten zu trösten, die Müden zu wecken und dem Unheil zu trotzen. Im letzten Teil seines Werkes beschreibt er eine Vision. Da ist die Rede von einem neuen Himmel und einer neuen Erde, eine übernatürliche Wandlung in menschliche Worte gefasst: eine strahlende Stadt, die vom Himmel herabkommt, ein Gott, der alle Tränen abwischen wird, verschiedene Völker, die miteinander wohnen werden – und Gott ist mitten unter ihnen.

„Siehe, ich mache alles neu.“ Wenn all das hinter diesem Satz steckt, dann kann er Hoffnung spenden in Zeiten der Ungewissheit, der Umbrüche und Krisen. Denn dann bedeutet er: Gott ist ein Gott, dem die Menschen nicht egal sind, sondern denen er ganz nah kommt und sich ihnen zuwendet, wie die Bibel es von Jesus Christus bezeugt. Hoffnung heißt dann nicht einfach, „es wird schon irgendwie werden“, sondern darauf zu vertrauen, dass Gott wirklich handelt.
Das kleine Wort „Siehe“ macht uns darauf aufmerksam. Gott wird in der Zukunft handeln, genauso wie er es schon in unserer Gegenwart tut. Schau hin! Mach die Augen auf, es passiert schon etwas!

Ich wünsche Ihnen und mir, dass die Jahreslosung uns durch das Jahr 2026 begleiten möge, uns immer wieder ausrichtet auf diesen Gott, der in unserem Leben wirkt und handelt. Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu.“ Möge diese Zeile uns schließlich hoffnungsvoll und NEUgierig machen auf das, was vor uns liegt.

Gott segne Sie im neuen Jahr!


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Jahreslosung 2026 Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! Gerhard Bredschneider / fundus-medien.de