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04. Januar 2020 | Kirchenkreis Egeln
© Marvin van Beek

04. Januar 2020

Mit Vertrauen leben, jetzt erst recht!

Ich sitze am Fenster. Die Sonne scheint, blauer Himmel, klare Luft. Es ist kalt. Das neue Jahr ist erst einige Stunden alt. Neujahr mitten in der Woche, das ist eigenartig. So neu, wie es anfängt, so alt bekannt fühlt es sich an. Die Menschen um mich herum sind dieselben. Die Verhältnisse sind es ebenso, in der nächsten Umgebung und an den Nachrichten der Medien hat sich nichts geändert. Und ich bin derselbe geblieben, trotz meines stillen Wunsches für das neue Jahr in der Silvesternacht. Für uns war es ein leiser Jahreswechsel, genau das Richtige nach den turbulenten Weihnachtstagen einer Großfamilie. - Was mein stiller Wunsch ist? Ich wünsche mir, vertrauensvoll zu leben, egal, was wie auf mich zukommt. - Und ich habe keine erholsame Nacht voller Sorgen hinter mir. Im Kalender steht Urlaub. – Stopp! Ich will darauf vertrauen, ich will es „glauben“, dass Unveränderbares sich wandelt, für mich persönlich wie gesellschaftlich, im Kleinen wie im Großen: Aus kriegerischem Handeln (nicht nur mit Waffengewalt) wird ein friedliches und einander anerkennendes Miteinander, geflüchtete Menschen finden ihre Heimat, Hungernde werden satt und Kranke genesen. Eine unerreichbare Wunschvorstellung? Wenn ich ausschließlich auf mich und meine Möglichkeiten sehe schon. Trotzig wende ich mich, wie im Evangelium nach Markus der verzweifelte Vater, alles erwartend an Jesus und schreie: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben.“ (Evangelium nach Markus, Kapitel 9, Vers 24, Jahreslosung für 2020)

Verfasser: Jürgen Groth, Ehrenamtsreferent im Kirchenkreis Egeln