23.04.2026
VI. Kreissynode Egeln konstituiert sich — neue Leitung gewählt und Gremien gebildet

Am Samstag, dem 18. April 2026, traten die gewählten Mitglieder der VI. Kreissynode des Kirchenkreises Egeln zu ihrer konstituierenden Sitzung in Gatersleben zusammen und nahmen damit offiziell ihre Arbeit für die kommende Legislaturperiode (2026-2031) auf.

Der Sitzungstag begann mit einem Abendmahlsgottesdienst in der St.-Stephani-Kirche, der von Superintendent Matthias Porzelle und der ortsansässigen Pfarrerin Malina Heyse geleitet wurde. Im Anschluss tagte die Synode im Bürgerhaus Gatersleben.
 
Wahlen
Im Fokus der Sitzung standen die Wahlen der Leitungsgremien und Ausschüsse: Zum Präses der Kreissynode wurde Erik Hannen gewählt, der von Knut Freese vorgeschlagen wurde, welcher seine 12-jährige Erfahrung als Präses sowie seine Tätigkeit in der Landessynode hervorhob. Hannen, 54-jähriger vierfacher Vater aus Oschersleben und beruflich im Finanzministerium Sachsen-Anhalt tätig, ist seit 2007 Prädikant und seit 2014 Mitglied der Landessynode, wo er unter anderem im Rechts- und Verfassungsausschuss mitwirkt. In seiner Vorstellung warb er für ein Miteinander auf Augenhöhe, die Stärkung der Gemeinden sowie eine bessere Bündelung und Sichtbarkeit kirchlicher Arbeit in den Regionen.
In das Präsidium wurden zudem Tanja Kay und Ellen Gelhar als stellvertretende Präsides gewählt. Tanja Kay (59) aus dem Sülzetal arbeitet in der pädagogischen Fachberatung eines Kitazweckverbandes und war zuvor in verschiedenen kirchlichen Arbeitsfeldern tätig. Sie stellte die Bedeutung der Nähe zu den Menschen in den Mittelpunkt: Gerade in Krisenzeiten könne Kirche Bewährtes neu entdecken und weiterentwickeln. Ellen Gehlhar (46), Leiterin des Bereichs IT im Innenministerium, bringt Projekterfahrung mit und versteht Veränderungen als Chance. Sie steht für eine offene, flexible und kooperative Arbeitsweise in kirchlichen Prozessen.

Erstmals fanden die Wahlen digital statt. Gewählt wurden neben den Wahlausschüssen Mitglieder für die Bereiche kirchliches Leben, Diakonie und Soziales, Bau, Finanzen, Struktur und Stellenplanung, Landwirtschaft und Umwelt, Wahlvorbereitung sowie die Visitationskommission. Darüber hinaus erfolgten auch Wahlen zum Kreiskirchenrat, zum Wahlausschuss sowie in den Nominierungsausschuss zur Wahl einer Superintendentin bzw. eines Superintendenten und der Entsendung eines Vertreters in die Landessynode.

Die gewählten Mitglieder der Ausschüsse sind auf der Internetseite des Kirchenkreises hinterlegt.

Im Bereich der Leitungsämter wurden zudem die stellvertretenden Superintendenten bestimmt. Pfarrerin Anne Bremer (Aschersleben), zur ersten Stellvertreterin gewählt, hob die Relevanz weiblicher Führungsperspektiven innerhalb kirchlicher Leitungsstrukturen hervor. Zweiter gewählter Stellvertreter Pfarrer Ulf Rödiger (Elbe-Saale-Winkel) positionierte sich demgegenüber als kritisch-konstruktiver Begleiter der anstehenden strukturellen Transformationsprozesse.

Weitere Themen
Neben den Wahlen befasste sich die Synode mit weiteren inhaltlichen und organisatorischen Fragen: Die Diskussionen zur Änderung der Geschäftsordnung sowie zur möglichen Anpassung des Synodalversprechens und ein Antrag aus der Superintendentur zu Datenschutz und digitaler Kommunikation wurden eingebracht und diskutiert. Alle Vorschläge werden in der Herbstsynode fortgesetzt. In ihrem digitalen Grußwort erinnerte die Regionalbischöfin Bettina Schlauraff an die Spannung zwischen Traditionsbewahrung "das Schöne und Gemütliche unserer Kirche" und zeitgemäßer Verkündigung. 
Die Tageskollekte von 454,13 EUR wurde zu Gunsten der Anschaffung eines Stromgenerators für einen Kindergarten in Jawornyzke/Ukraine (Projekt des Vereins „Gemeinsam für die Ukraine e.V.“ und der Johanniter Unfallhilfe, Regionalverband Rhein-Main) gesammelt. Herzlichen Dank den Spenderinnen und Spendern.

Am Ende stand trotz digitaler Unterstützung ein vertrautes Fazit: Auch wenn Abläufe moderner werden, bleibt synodale Arbeit zeitintensiv und diskussionsreich — die Sitzung dauerte inlusive der zweier kleinen Pausen gut neun Stunden. Insgesamt nahmen neben 49 Synodalen auch 21 Gäste an der Sitzung teil. Präses Hannen würdigte die hohe Beteiligung ausdrücklich als Ausdruck lebendiger synodaler Kultur. Die Herbstsynode ist für den 7. November in Gatersleben geplant.

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