Das habe ich glatt vergessen

(28.02.2017) — Holger Holtz

Gedanken von Jürgen Groth, Referent für Ehrenamtsarbeit. "Geht es uns besser oder schlechter als vor 10 Jahren?" Diese Schlagzeile las ich vor einigen Tagen. Engagiert wurde und wird darüber diskutiert. Lange Talkrunden umkreisen das Thema.

"Früher war alles besser", sagen die einen. Sie sehnen sich nach den Lebensumständen von damals zurück. Da konnte man sich noch was leisten. Die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse konnte man verstehen. Heute ist alles viel zu kompliziert geworden. Andere empfinden es genau anders herum. Sie möchten das Damals nicht noch einmal erleben. Vieles hat sich für sie zum Positiven verändert. Dafür sind sie dankbar.

So reagieren wir Menschen oft. Wenn etwas kompliziert und schwer durchschaubar wird, sehnen wir uns gerne in die Vergangenheit zurück. Oder wir wollen mit ihr am besten nichts mehr zu tun haben.

"Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat." Psalm 103,2-4

Dieser Satz gehört zu den bekanntesten der Bibel. Erinnern ist wichtig, denn auf unser Gedächtnis ist nicht immer Verlass.

Vergessen ist peinlich. Wir vergessen umso leichter, je unangenehmer eine Sache ist. Manchmal ist es peinlich, wenn wir zugeben müssen: "Das habe ich vergessen." - Vergessen ist auch ein Geschenk. Böses und Schlimmes versinkt in Vergessenheit. - Freundliche Erlebnisse behalten wir eher. Viele erinnern sich gerne an ihre Kindheit. - "Das werde ich dir nie vergessen." In diesem Satz drücken sich Hass und Verbitterung aus. Nicht-Vergessen-Können ist eine Drohung. - Nicht-Vergessen ist jedoch ein Segen. "Vergiss mein nicht", das hört jeder gerne und möchte es für sich in Anspruch nehmen.

Nicht-Vergessen, das ist eine Aufgabe. "Vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat", so mahnt der Psalmbeter David. Als König durchlebte er im persönlichen wie im politisch-gesellschaftlichen Leben ähnlich Situationen wie wir heute. Was ist für ihn das Gute in seinem Leben? Er lernte anderen zu vergeben, weil ihm Gott vergab. Sein Leben wurde heil, weil Gott das aufhob, worunter er litt. Gott löste ihn aus dem Strudel des Verderbens heraus und schenkte ihm neu anzufangen. Und das nicht nur einmal. Dass Gott ihm gnädig und barmherzig begegnet, war für ihn wie eine Krönung.

Diese Lebenserfahrung ist mir ein Vorbild. Ich möchte anderen vergeben können, weil Gott mir vergibt. Ich darf Tag für Tag neu anfangen. Gott schätzt mich, ja er nimmt mich fest in die Arme. Diese guten Erfahrungen wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen.

Jürgen Groth, Referent für Ehrenamtsarbeit im Kirchenkreis Egeln

 


 

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Losung & Lehrtext

18.11.2017
Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Jesus Christus hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.
Jesaja 9,1 Titus 2,14

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