Aufatmen sollt ihr und frei sein!

(08.07.2017) — Holger Holtz

Gedanken von Pfarrerin Beate Mücksch, Ummendorf. Geht es Ihnen auch so? Schon der Satz allein "Endlich Ferien" löst Glücksgefühle aus! So lange hat man gewartet, in vielen Stunden darüber beraten, was man im Urlaub machen will, sich schöne Dinge vorgenommen, Reiseziele angeschaut, geplant, geträumt, vorbereitet. Und jetzt ist sie da: Ferienzeit.

Urlaub. Freiheit. Aufatmen. Ausruhen. Zu Kräften kommen. Besinnen. Einen langsameren Gang einlegen. Gelassener an alles heran gehen. Lesen und vor allem ausreichend Schlafen. "Auf atmen sollt ihr und frei sein". So übersetzt Jörg Zink das Bibelwort: "Kommt her zu mir, die ihr müde seid und ermattet von übermäßiger Last! (Mt. 11,5)
Aufatmen sollt ihr und frei sein." Was für ein traumhaftes Versprechen! Pause machen dürfen. Gott weiß, dass wir Pausen brauchen. Die Welt ausruhen muss, um bei Kräften zu bleiben.

Und trotzdem - bei aller Euphorie- wir wissen alle, wie schwer das ist, plötzlich auszusteigen, ganz frei zu bestimmen, was ich machen will. Wenn Urlaub die "schönsten Wochen im Jahr" sein sollen, dann ist das eine sehr hohe Erwartung. Viele Familien streiten sich im Urlaub oder an Feiertagen besonders viel- wohl weil dann verbogene Konflikte an die Oberfläche kommen, weil endlich Zeit dafür ist, über die grundlegenden Problem zu reden. Weil die Seele einfach einfordert, was wichtig ist.

Die Israeliten hatten 10 Regeln- die zehn Gebote- an die sie sich halten sollten, damit die Freiheit gelingen konnte. Auch Freiheit und Freizeit braucht Regelungen, damit der andere zu seinem Recht kommt und ich auch, damit nicht einer mit seinen Bedürfnissen hinten runter fällt. Damit nicht bei der notwendigen Diskussion über Schwierigkeiten des Alltags das Klären und das Versöhnen zu kurz kommen. Damit Zeit zum Aufatmen bleibt. Vielleicht denken Sie im Vorfeld des Urlaubs darüber mal nach, was sie nicht tun wollen, was tun, wenn man in Konflikte gerät und was sie in den letzten Jahren für Fehler gemacht haben, die es nun zu vermeiden gilt. Dann sind Sie gut gerüstet für wirklich erholsame Tag.

Und was ist, wenn keine Pause drin ist? Weil sie einen Menschen pflegen, weil der Arbeitgeber Ihnen keinen Urlaub genehmigen kann oder will? Wenn die Familie im Urlaub ist, aber Sie nicht weg können- warum auch immer? Auch dann gilt- es braucht den Freiraum zum Aufatmen. Durch- schnaufen. Pause machen. Einen schönen Abend gestalten, auch wenn ich mich dazu aufraffen muss, weil ich schon so müde bin. Einfach mal ein paar Stunden in etwas vertiefen, was mich aus dem Alltag heraus holt - ein Buch, ein Spaziergang, ein Kinobesuch, ein Plausch mit einem Freund- etwas, was Freude macht.
Etwas, was ungewöhnlich und spontan ist. Solche Stunden sind wie eine Kraftquelle, aus der man lange schöpfen kann. Und was das Tolle daran ist: man kann sie wiederholen… Nicht immer gelingen solche Aktionen. Auch das Abschalten muss man üben und lernen. Aber ich bin sicher, es wird Ihnen gelingen. Oasen des Alltags brauchen wir wie die Luft zum Atmen. Aufatmen sollt ihr und frei sein!

 


 

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26.09.2017
Du unser Gott, du großer Gott, mächtig und schrecklich, der du Bund und Treue hältst, achte nicht gering all das Elend, das uns getroffen hat. Bartimäus schrie: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf! Er ruft dich!
Nehemia 9,32 Markus 10,48-49

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