Advent – Zeit der Vorbereitung

(07.12.2017) — Holger Holtz

Gedanken von Pfarrer Peter Eichfeld, Aschersleben. Advent 2017 - vor der Haustür wird schon der Weihnachtsmarkt aufgebaut. Advent - Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Wie wird es mir diesmal ergehen? Stress, Hektik, möglichst viel mitnehmen? Große Erwartungen und dann?

Die schönste Zeit im Jahr steht unter so hohen Erwartungen, das Enttäuschungen kaum zu vermeiden sind. Wie gehe ich es an? Ich weiß, dass ich es nicht machen kann: Glück und Freude sind nicht machbar, sie wollen erwartet werden, vorbereitet, angedacht. So wie Maria einiges tun konnte, um ihr 1. Kind zu er-warten...

Die Adventszeit ist die 2. große Fastenzeit der Kirche, eine Vorbereitungszeit. Fasten aber wohl eher im übertragenen Sinne. Jesus hat einmal ein Kind in die Mitte der wichtigen Männer gestellt und gesagt: "Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Reich Gottes kommen." Fasten - umkehren, sich neu orientieren und werden wie die Kinder? Ich stelle mir Kinder vor und überlege: was soll da vorbildlich sein?

Vor meinem geistigen Auge sehe ich ein Kind, dass an der Fensterscheibe steht und in das Geschäft schaut mit den schönen Sachen, da sieht es seine größte Sehnsucht: eine neue Spielekonsole? Oder der neue Bausatz von Lego? Oder eine neue Barbiepuppe? Sich so sehnen können, so wünschen können wie dieses Kind… Und ich? Solche Sehnsucht haben können - z.B. nach Gerechtigkeit für alle und Frieden?

Oder ich stelle mir ein Kind vor, das ganz in sein Spiel vertieft ist: in der Hand hält es einen kleinen Dinosaurier und spielt, alles andere ist vergessen, weit weg. Dieses Kind ist ganz in sein Spiel und seine Welt versunken - äußerste Konzentration, keine Hektik, kein Stress, kein Vielerlei. Das Kind ist ganz im Hier und Jetzt seines Spieles, großartig…

Oder ich sehe zwei Kinder, die gemeinsam im Sand der Ostsee eine große Burg bauen. Immer neu wird Sand angehäuft, eingefügt in das große Ganze. Kein Streit, nur immer neue Ideen und Phantasien, die in das gemeinsame Projekt einfließen. Ein gutes harmonische Miteinander, damit etwas Schönes entstehen kann…

Oder ich sehe einen Jungen vor meinem geistigen Auge, wie er den Kopfhörer aufgesetzt hat und ein Hörspiel hört, ganz in der Geschichte gefangen, verstrickt, ich merke, wie er mit fiebert...
Ich möchte von solchen Kindern lernen: ganz im Hier und Jetzt zu sein, darum möchte ich im Advent nicht endlos viel machen oder mitmachen, in der naiven Hoffnung, dass dann das Glück kommen muss... Lieber einmal den Fernseher abschalten, das Handy weglegen, dafür eine schöne Weihnachtsgeschichte lesen oder den Kopfhörer aufsetzen und in der Schönheit (adventlicher) Musik versinken, ganz da sein, ganz weg sein für einige Augenblicke, Einstimmung auf das große Fest. "Wir warten dein, oh Gottessohn".

Ihr Pfarrer Peter Eichfeld, Aschersleben

 


 

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Losung & Lehrtext

17.12.2017
Als die Zeit herbeikam, dass David sterben sollte, gebot er seinem Sohn Salomo und sprach: Ich gehe hin den Weg aller Welt. So sei getrost und diene dem HERRN, deinem Gott. Paulus schreibt: Wir lassen nicht ab, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht, dass ihr, des Herrn würdig, ihm ganz zu Gefallen lebt und Frucht bringt in jedem guten Werk.
1.Könige 2,1-2.3 Kolosser 1,9-10

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