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Schuld tötet den Mann | Kirchenkreis Egeln
© Marc-Olivier Jodoin on Unsplash

Schuld tötet den Mann

„Schuld tötet den Mann“, sagt ein deutsches Sprichwort.

Der Philosoph Dr. Manfred Hinrich erklärt „Schuld stirbt in Vergebung oder tötet“

Theodor Fontane schreibt: “Was gebeichtet wird, das kann verziehen werden, aber die verborgene Schuld, vor niemand eingestanden, das ist die schwerste der Strafen“.

Der Umgang mit Schuld beschäftigt nicht nur zahlreiche Gerichte, Behörden und Institutionen, sondern er ist eine, wahrscheinlich die entscheidendste Frage unseres Lebens.

Wie kann es sein, dass im Menschen nicht nur das Streben zum Guten lebt, sondern auch die Fähigkeit zum abgrundtiefen Bösen?

Die an sich erlebte oder selbst verursachte Schuld führt zwangsläufig zu einem Vertrauensverlust, der unser Denken und Handeln nachhaltig prägt.

Wie viele Menschen leben in solch einem inneren Gefängnis, aus dem es scheinbar keine Rettung gibt?

 

Ein stadtbekannter Mann, der durch Betrug sehr reich geworden war, lebte in dieser Isolation. Kein Mensch vertraute ihm und keinem Menschen konnte er sich anvertrauen. Alle kannten ihn als Betrüger und keiner wollte mit ihm Kontakt haben. Dieser teuflische Kreislauf wurde eines Tages durchbrochen. Jemand wollte ihn besuchen, er hatte die Absicht, sein Herz zu erreichen. Er sah nicht nur den Menschen in seinem schadhaften Handeln, sondern vielmehr die einzigartige Persönlichkeit in ihm, die es zu retten galt.

Der eigentliche Schatz des Menschen besteht nicht in dem, was er besitzt, sondern vielmehr in dem, wer er ist und werden kann. Kostbar, einmalig, liebenswert und unbezahlbar ist der Mensch in den Augen eines Liebenden. Mit solchen Augen sah der Besucher den verhassten Betrüger. Die Augen der Liebe sehen den wahren Wert des Menschen. Dem Liebenden ist es nicht egal, ob ein Mensch „vor die Hunde geht“, er sucht Möglichkeiten der Rettung und Hilfe. Diese Geschichte hat vor langer Zeit wirklich stattgefunden. Sie endet mit der Erklärung, dass Jesus in diese Welt gekommen ist um zu suchen und zu retten, was verloren ist.  „Gott sei Dank“ erleben bis zum heutigen Tag Menschen diese Geschichte in ihrem eigenen Leben.

Die Liebe Gottes ist kein abstraktes Gebilde menschlicher Illusion, sondern eine erfahrbare Wirklichkeit, die unsere Verletzungen heilt und uns ein verloren gegangenes Vertrauen wieder ermöglicht. Dieses Vertrauen ist der Glaube an Jesus, dem es möglich ist, unsere Schuld zu vergeben, damit wir den Menschen, die an uns schuldig geworden sind ebenfalls vergeben können.

Schuld muss den Mann, Gott sei Dank, nicht mehr töten!